Marvin Frey Group: »Status Quo«

2020, Eigenverlag

Der Kölner Trompeter Marvin Frey legt mit »Status Quo« eine Debüt-CD vor, die mit frischer Straight Ahead-Spritzigkeit verblüfft und begeistert. Es beginnt mit Freys Komposition »Slash« in bester Art Blakey-Manier. Pianist Jerry Lu treibt die Band mit kräftigen Akkorden über dem Rhythmus von Bassist Andreas Pientka und Schlagzeuger Alex Parzhuber an, Posaunist Jonathan Böbel und Frey selbst glänzen mit fetzigen Solos. Lus »Ballad For C« gibt der Band und dem Zuhörer Gelegenheit zum Luftholen. Frey zeigt dabei überzeugend seine lyrische Seite. Parzhuber leitet »Running Late« perkussiv ein, bevor die Band hardboppig einheizt. Den Standard „Just Squeeze Me“ hat Frey gekonnt als medium tempo swinger arrangiert. Er setzt abwechslungsreiche Varianten der Tonbildung ein. Lus Spiel erinnert an Count Basie. Lus »Nightmare« beginnt mit Pientkas düsterem Bass, dann swingt die Band heftig los mit eckigen Akkorden von Lu und druckvollem Solo von Frey. Die CD endet mit einer Live-Aufnahme aus der Düsseldorfer Jazzschmiede von Lus »Straight Up« mit Pientkas spannendem Bass-Solo, Philipp Schitteks melodischer Improvisation auf der Posaune, Lus brillantem Piano-Solo über Parzhubers expressivem Drumming und Freys feurigem Finale. Es macht Spaß, wie diese junge Band mit Enthusiasmus, Spielfreude und Können Hardbop zelebriert.

Text: Hans-Bernd Kittlaus