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Kölner Jazz-Geschichte ist ohne die Kenny Clarke/Francy Boland Big Band (CBBB) nicht denkbar. Der Jazzfan Gigi Campi lernte bei den Proben der Band von Kurt Edelhagen den belgischen Pianist/Arrangeur und Komponist Francy Boland kennen. Karneval 1959 engagierte er ihn mit weiteren Jazzmusikern in seinem Eiscafé mitten in der Kölner Innenstadt: Die Geburtsstunde der Clarke-Boland Big Band. Im Mai 1961 spielte die Band als Oktett ihre erste Platte ein. Es folgten etliche Studioaufnahmen – und bereits 1962 in voller BigBand-Besetzung um den überragenden Schlagzeuger Kenny Clarke »Handle with Care«, von der ich das Stück »Old Stuff« ausgesucht habe.

Die erst 1966 live auftretende Band spielte bis 1972 zusammen, in den letzten zwei Jahren konnte ich sie glücklicherweise noch im Konzert hören – meine Liebe zum »Bigband Modern Jazz« hat sicher nicht zuletzt mit CBBB zu tun. Gäste wie Stan Getz, Albert Mangelsdorff und Manfred Schoof veredelten die Reputation der Band, etliche Jazzgrößen gehörten zur Formation, auf »Handle with Care« mit kompletter 21-köpfiger Bigband-Besetzung – neben Kenny Clarke (Drums) und Francy Boland (Piano) selbst – unter anderem Ake Persson (Posaune),  Sahib Shihab (Baritonsaxofon, Flöte), Jimmy Woode (Bass), Derek Humble (Alt-Saxofon) und Ronnie Scott (Tenorsaxofon). Letzterer hat  ab 1959 ein anderes bis heute bestehendes Vorbild für jeden, der einen Jazz-Club betreibt oder betreiben will, geschaffen: den berühmten »Ronnie´s Scotts« Jazz-Club in London. Wer sich für dessen Geschichte interessiert: 


Jochen Axer, Unterstützer des King Georg und über die Cologne Jazz Supporters Förderer vieler weiterer Jazz-Projekte, stellt hier jeden Sonntag einen seiner Favoriten vor.

»Take Five« wurde 1959 von Paul Desmond für das Album »Time Out« aufgenommen. Erst nach der Veröffentlichung als Single im Jahr 1961 avancierte es weltweit zum Evergreen und wurde zur Erkennungsmelodie des Dave Brubeck Quartetts mit Dave Brubeck (Piano) und Gene Wright (Bass) . Es soll die bis heute meistverkaufte Jazz-Single sein. 

Im 5/4-Takt über den Hügel

Neben dem mit seinem 5/4-Takt und der wunderbaren Spielart des Schlagzeugers Joe Morello (Schlagzeug-Solo im Mittelteil) lebt das Stück von der Melodie des dieses Stück komponierenden Saxofonisten Paul Desmond. Meine erste Berührung im zarten Alter von 12 Jahren war eine Fernseh-BMW-Werbung, in der ein neuer BMW 2002 den 5/4-Takt nutzt, eine schnurgerade Straße über einige Hügelkuppen hinweg zu befahren. Die Werbung hatte »wahrscheinlich« zwei Effekte: Zum einen befasste ich mich mit der Musik von Dave Brubeck, zum zweiten war – etliche Jahre später – das erste Auto, das ich selbst fuhr, ein BMW 2002 !! Wer die Werbung, die heute wie aus einem anderen Zeitalter wirkt, sehen will

Angeblich gibt es 27 Versionen von »Take Five«. Besonders spannend finde ich diejenige von Al Jarreau aus dem Jahr 1976.

Ein kurzer Schwenk auf das Lebenswerk von Dave Brubeck und seines Quartetts sei erlaubt: Brubeck komponierte etliche Jazzstandards »In Your Own Sweet Way«, »The Duke« und andere). Er experimentierte dabei immer wieder mit jedenfalls zu seiner Zeit ungewöhnlichen Taktarten: »Pick Up Sticks« in 6/4, »Unsquare Dance« in 7/4, »Blue Rondo A La Turk in 9/8«. Es war aber Paul Desmond, der – auf Brubecks Bitte – »Take Five« im 5/4-Takt schrieb. Die Tantiemen aus den Rechten gingen in die Millionen. Paul Desmond, der bereits im Alter von 52 Jahren 1977 verstarb, vermachte sein gesamtes Vermögen dem Roten Kreuz.

Für alle Liebhaber deshalb auch noch der Link zu »Rondo a la Turk«, dem vielleicht zweitbekanntesten Stück des Quartetts.

Eine Aufnahme aus dem Jahr 1959, die einfach mitreißt angesichts der Spielfreude. Und die Mode des Publikums einschließlich der gerauchten Zigaretten lassen die 8:50 Minuten wie im Flug vergehen.


Jochen Axer, Unterstützer des King Georg und über die Cologne Jazz Supporters Förderer vieler weiterer Jazz-Projekte, stellt hier jeden Sonntag einen seiner Favoriten vor.

Die Konzerte der Reihe des Kollektivs für Improvisation und aktuelle Musik gehören bald wieder zum Live-Programm der Klubbar. Niklas Wandt über »Free Music« und im Gespräch mit IMPAKT-Mitglied Stefan Schönegg.


Stefan Schönegg von IMPAKT

Miteinander musizieren, im Moment, ohne das enge Korsett von Noten, Funktionsharmonik, Rhythmik und Genrekonventionen – klingt erstmal reichlich utopisch. Ein leichter Hippiemuff weht, sollte man sich dieses Musikideal als eine Art herrschaftsfreie Jamsession vorstellen? Als die »freie Improvisation« Ende der 1960er Jahre in Europa zu sprießen begann, standen diese großen Gedanken durchaus im Raum. Klar, es war die Zeit der Popkultur, der Studentenrevolten, des Aufbegehrens gegen die Elterngeneration.

Inspiriert vom afroamerikanischen Free Jazz und der zeitgenössischen Konzertmusik fingen Musiker in London, Amsterdam, Antwerpen, Berlin, Wuppertal und Köln an, ihre eigene Sprache zu finden, die sie eben »freie Improvisation«, »improvisierte Musik« oder »Free Music« nannten.

Selbstorganisiert in der Nische

Eine Musik, die eine Zeit lang eine Kultgefolgschaft hatte, heute allerdings doch ziemlich nischig ist. Das Publikum ist weitestgehend ausgedünnt oder einfach mitgealtert. Zumindest auf Musiker*innenseite ist die Aktivität aber ungebrochen. In vielen größeren europäischen Städten gibt es Kollektive.  Die Selbstorganisation hat in der »Free Music« eine lange Tradition, von staatlichen Förderungen, Festivals und Konzerten über das Booking bis zur eigenen Tonträgerproduktion nehmen die Musiker*innen üblicherweise alles selbst in die Hand. Und das funktioniert im Verbund einfach sehr viel besser als in der einzelkämpferischen Manier, die man etwa im Jazz oft antrifft. Zudem ist es auch nicht ohne Reiz, gerade einer sehr individualistischen Musik mit einer Gruppenidentität zu begegnen, ein Statement, das vieles ermöglichen kann, eine fortwährende ästhetische Unterhaltung, die man gemeinsam entwickelt.

Freier Jazz und Neue Musik

2013 riefen Kölner Musikerinnen und Musiker das IMPAKT Kollektiv für Improvisation und Aktuelle Musik ins Leben. Dreizehn Mitglieder zählt das Kollektiv, zum allergrößten Teil Studierende oder Absolventen der Hochschule für Musik und Tanz. Knapp die Hälfte der Mitglieder hat ein klassisches Studium absolviert, die andere Hälfte Jazz, manche beides. Passend für eine Musik, die sich immer schon aus dem freien Jazz und der Neuen Musik speist. Schon zwei der frühsten deutschen Improvisatoren, der Trompeter Manfred Schoof und der Pianist Alexander von Schlippenbach, hatten in den 1960er Jahren in Köln bei Bernd Alois Zimmermann studiert. 

Dementsprechend fanden die Zwölftontechnik und die Serialität ganz selbstverständlich Eingang in ihre Musik. Kontrabassist und IMPAKT-Mitglied Stefan Schönegg etwa lernte erst über den Unterricht an der Hochschule die freie Improvisation kennen.

»Ich bin tatsächlich über die Hochschule vor allem auf eine, sagen wir, etwas klangverliebtere Sache gestoßen, eher kammermusikalisches Zeug, da kommt die Verbindung natürlich über die Neue Musik, das Verhältnis, das da zum Klang herrscht, findet man auch in der improvisierten Musik, da sehe ich einen gewissen Link. Das war so ein bisschen auch dieses Abreiben am klassischen Jazz.«

Abreiben trifft es auch klanglich gut, die freie Improvisation bedient sich oft tonaler Reibungen, Dissonanzen und Geräuschen, die außerhalb des schulischen Vokabulars des Instrumentes liegen. Im Falle des Kontrabasses kann man dieses Abreiben natürlich auch ganz sprichwörtlich verstehen. Stefan Schönegg hat sich, wie die anderen zwölf Mitglieder des IMPAKT-Kollektives, mit der Zeit eine beachtliche Virtuosität und ein großes Repertoire an alternativen Techniken zur Klangerzeugung erarbeitet. Das Ziel: möglichst breiter persönlicher Ausdruck in jeder unvorhergesehenen Situation. Im Gegensatz zum Jazz mit seinen Formschemata oder klassischen Partituren ist in der frei improvisierten Situation der Ausgang völlig offen. Man spielt ohne doppelten Boden.

Energie und soziales Miteinander

Stefan Schönegg: »Ich genieße da so eine starke Verbundenheit und ein Eintauchen sehr, in den Sound, in die Energie und das soziale Miteinander auf der Bühne, wo man sich halt einfach zusammen auf die Bühne stellt und Musik macht, hierarchiefrei, das find ich wahnsinnig ansprechend, das hat man bei komponierter Musik tendenziell weniger, weil man damit beschäftigt ist, alles richtig zu machen. Je mehr Freiheiten du hast, je weniger du sozusagen nachdenken musst, was jetzt grade passiert, je mehr das in so eine Intuition geht, je weniger Grenzen oder Vorgaben du hast, desto offener ist das ja, desto leichter ist es, da durchzugehen durch diese Tür, in diesen Zustand zu gelangen.«

Was man spielt und was nicht

Das klassische Flow-Erleben: erhöhte Konzentration und trotzdem ein Gefühl des Loslassens, der Eindruck, dass sich alles von alleine fügt. Eine merkwürdige Suspension zwischen Bewusstem und Unbewusstem. Wir stoßen unweigerlich an die Idee von ganz zu Anfang des Textes, die der freien Improvisation als einer Art gelebter Utopie, aber ganz ohne Haken ist diese Betrachtung natürlich nicht. Es gibt, ebensowenig wie beim Sprechen, kein voraussetzungsfreies Musizieren. Zu den Entscheidungen für bestimmte Spielgesten steckt auch, quasi als Negativ, immer eine ganze Reihe Einigungen über das, was man eben nicht spielt. So bezieht ja die freie Improvisation ihren Wiedererkennungswert auf einem weitestgehenden Verzicht auf Grooves, Harmonik und dergleichen. Diese bewussten Verzichte können diese Musik streng und karg wirken lassen. Aber alleine schon innerhalb der zahlreichen Projekte innerhalb des IMPAKT-Kollektivs gibt es extrem unterschiedliche Klangästhetiken. Elisabeth Coudouxs Cellospiel kann von feinster Lyrik jäh in stäubendes Zerren umschlagen, Nicola Hein lotet, sprachphilosophisch unterfüttert, die Intensitätsgrenzen seiner E-Gitarre aus. Stefan Schönegg wiederum schreibt Stücke von fast klösterlicher Askese für sein Quartett ENSO und das doppelt so große BIG ENSO, natürlich mit ausgedehnten Improvisationspassagen. 

Bei einer so großen Vielfalt is es umso schöner, dass IMPAKT seit 2016 Aufnahmen der verschiedenen Projekte über ein Online-Label zugänglich macht, seit kurzem auch auf CD. Am eindringlichsten erlebt man diese Musik aber immer noch im Moment ihrer Entstehung, live auf der Bühne. Demnächst auch wieder in den Konzerten der Reihe IMPAKT Night X King Georg – die als Kontrast zum restlichen Programm das Gesamtkonzept bereichern.

Text: Niklas Wandt, Foto Stefan Schönegg: Karl-F. Degenhardt

Wenn ich den »K. C. Blues« (geschrieben von Charlie Parker) höre, dann in der Aufnahme von Don Ellis und seinem Orchester aus dem  Jahr 1968. Der Song steht in dieser Fassung für BigBand und großartige Solisten, also Don Ellis an der Trompete, Frank Strozier am Alto-Sax und John Klemmer am Tenorsaxophon. 

Die Postleitzahl von Monterey

Ellis war Jazz-Trompeter, Komponist und Bandleader. Seine Bands  konnten komplexe Metren zum Swingen bringen. Er experimentierte mit elektronischen Instrumenten und nahm Anleihen an indischer, osteuropäischer und arabischer Musik; seine Big-Band-Besetzungen waren »neu«, etwa mit drei Bassisten und vier Perkussionisten. Sein Markenzeichen jedoch wurde seine Trompete mit vier Ventilen, um Vierteltöne spielen zu können, außerdem mit einem elektronischen Mundstück versehen; berühmt sind seine Experimente  mit ungeraden Metren ( 4/5, 7/8, 9/4,19/4, 27/16 und noch mehr).

Don Ellis hat etliche Wege ausprobiert. In den 60iger Jahren brillierte das Don Ellis Orchestra beim Monterey Jazz Festival 1966 mit einem Live-Auftritt , der das Publikum sofort mit dem ersten Lied mit dem Titel 33 222 1 222 elektrisierte, wobei die Zahlenfolge der rhythmischen Signatur der Komposition entsprach, dabei aber von Don Ellis spaßeshalber als Postleitzahl von Monterey erklärt.

https://www.youtube.com/watch?v=LLYMzkEr_6E

Ende 1968 wurde dann das Album Autumn aufgenommen, welches »Variations for Trumpet« enthält, das Ellis’ großartiges Trompetenspiel zeigt (19:24 !!). 


»Pussy Wiggle Stomp«ebenfalls auf dem Album »Autumn« wurde die Erkennungsmelodie  der Band. 


Auf der Rückseite dieses Albums wurde mein Lieblingssong K.C. Blues veröffentlicht, der Mitschnitt eines Konzerts in Palo Alto in der Stanford University 1968. 


Das insgesamt noch spannendere Album ist allerdings Electric Bath aus dem gleichen Jahr 1968. Big-Band-Jazz aus der Jazz-Rock-Periode vom Feinsten. Ellis selbst spielte dort erstmals in »Open Beauty« die selbstentwickelte, elektrische Trompete. Und man glaubt kaum, dass diese Einspielung mehr als 50 Jahre zurück liegt, so frisch und mitreißend hört sich das Album an! 

Eine öffentlich zugängliche Video-Aufnahme stammt aus dem Jahr 1977 mit dem Stück Open Wide (allerdings wieder »eher klassisch« mit mehr brasilianischen Einflüssen und weniger »Rock«, allerdings mit elektronischen Instrumenten).


Jochen Axer, Unterstützer des King Georg und über die Cologne Jazz Supporters Förderer vieler weiterer Jazz-Projekte, stellt hier jeden Sonntag einen seiner Favoriten vor.

Dies ist ausnahmsweise kein Beitrag zu einem meiner absoluten Lieblingsstücke, so bemerkenswert das Stück auch sein mag. Dies ist auch kein umfangreicher Beitrag über Duke Ellington. Aber er ist angeregt durch die heutige politische  Diskussion – der Beitrag ist eine Erinnerung an Ellingtons Situation und seine Hoffnung in den 1930er Jahren, als er auf seiner ersten Europatournee von seiner Absicht erzählte, eine Suite in fünf Sätzen zu schreiben (zitiert nach Derek Jewell, »Duke«, 1978, S. 64 f., die Übersetzung entspricht damals üblichen Begrifflichkeiten).

»Ich bin in die Geschichte meiner Rasse zurückgegangen und habe versucht, sie in Musik auszudrücken. In Afrika hatten wir ein bestimmtes Etwas, das wir verloren haben. Eines Tages werden wir es wiederbekommen. Ich fange in Klängen die alten Zeiten im Dschungel ein, die grausame Fahrt über das Meer und die Verzweiflung bei der Ankunft, und dann die Tage der Sklaverei. Ich zeichne das Erwachen einer neuen spirituellen Qualität nach und dann die Tage in Harlem und den anderen Städten der USA. Dann versuche ich, tausend Jahre in die Zukunft zu gehen. Ich will die Zukunft ausdrücken, die Zeit, in der der Neger, emanzipiert und gewandelt, als freier Mensch seine Stelle unter den Völkern der Erde einnehmen wird.«

Die Suite wurde erstmals am 23. Januar 1943 in der New Yorker Carnegie Hall aufgeführt. Das Youtube-Video führt zur Originalaufnahme (die Suite ab Minute 00:41:00 bis 01:29.00).

Von der Tonqualität gibt es bessere Aufnahmen bei den verschiedenen Streaming-Diensten und auf Platten/CD usw. Aber dort sind nur deutlich gekürzte Versionen zu finden (zum Beispiel Schallplattenaufnahme 1958 mit Mahalia Jackson.  Oben ist die Uraufführung zu sehen: Zu Beginn die US-amerikanische Nationalhymne … interessant auch das Konzertplakat, sowohl hinsichtlich der Preise wie der Unterstützung der Russen im  Zweiten Weltkrieg.

Wer damit Lust auf Bigband Jazz mit dem Duke bekommen hat, eine zusätzliche Prise: Diminuendo in Blue and Crescendo in Blue – am Saxophon Paul Gonzalves

https://www.youtube.com/watch?v=ZbjzfZSmQMM

Jochen Axer, Unterstützer des King Georg und über die Cologne Jazz Supporters Förderer vieler weiterer Jazz-Projekte, stellt hier jeden Sonntag einen seiner Favoriten vor.

Die Autorin Carla Kaspari legt regelmäßig in der King Georg Klubbar auf. Momentan lebt sie als Stadt.Land.Text-NRW-Stipendiatin auf einem Schloss.


Carla Kaspari

Seit drei Monaten lebst du in einer Art doppeltem Lockdown – in der Rolle der auf einem Schloss residierenden Regionsschreiberin der Kulturregion Niederrhein und unter den Bedingungen der Corona-Einschränkungen. Wie sieht dein Tagesablauf aus?
Weil ich am besten morgens schreiben kann, stehe ich früh auf und tue das meistens bis zum Mittag. Danach kommen dann andere Dinge wie Spazieren, Nachdenken, Einkaufen, Mittagessen, Sport, Telefonate oder Fahrradtouren durch die Region. Manchmal arbeite ich nachmittags noch ein bisschen. Ich habe auch vor Corona viel im Homeoffice gesessen und weiß deswegen schon länger um die Wichtigkeit von Struktur.  

Du bist auch DJ und Fußballerin. Was vermisst du gerade am meisten?
Nachtleben hat mir lange überhaupt nicht gefehlt, mittlerweile würde ich gern mal wieder einen Abend Musik auflegen und/oder tanzen. Ich halte ab und zu einen Ball hoch, weil mich das entspannt, aber ich vermisse natürlich trotzdem sehr, im Team Fußball zu spielen. Gerade jetzt im Frühsommer. 

Als Stadt.Land.Text-NRW-Stipendiatin bist du sicher angehalten, regelmäßig Texte zu veröffentlichen. Empfindest das eher als Belastung oder inspirierend? 
Die Vorgaben waren sehr locker und wurden in Corona-Zeiten fast vollständig gelöst. Ich schreibe also etwas, wenn ich etwas zum Aufschreiben habe. Ich habe auch schon vorher regelmäßig einen Blog beschrieben und brauche es anscheinend eh, Eindrücke textlich zu verarbeiten und sie in narzisstischer Geste ins Internet zu droppen. Dass dahinter ein Projekt steht, das auf Texte wartet, ist eher hilfreich. Es ist also eine gute Aufgabe für mich.  

Zur Entspannung auch mal den Ball hochhalten

Macht es dir grundsätzlich Spaß, Auftragsarbeiten zu erledigen?
Ja, ich finde es zwischendurch fast erholsam, für Auftragsarbeiten nach klaren Kriterien zu schreiben. Texten oder journalistisches Schreiben ist funktionaler und dadurch emotionsloser. Man setzt sich intensiv mit einem Thema auseinander, ordnet Informationen und vermittelt Sachverhalte. Das ist schön weit von einem selbst weg. 

Deine NRW-Texte haben für mich alle etwas von flanierenden Ausflügen. Zwischen Normal- und Ausnahmezustand, zwischen Stadt und Land. Sehr gegenwärtig, tagebuchartig. Wie sieht dein Schreibprozess aus? 
Ich bin mit Ausbruch des Virus in Deutschland hierher gekommen, es gab in meiner Art zu Beobachten also kaum einen Weg, um das Ganze herum zu schreiben. Dass die Form der Texte so oder ähnlich – irgendwie transitorisch –  aussehen würde, war mir schon vorher klar, Corona hat sich dann neben dem Stadt-Land-Verhältnis als ein inhaltlicher Schwerpunkt aufgedrängt. Ich glaube ich bin relativ schnell im Prozess. Wenn ich etwas gesehen habe, dann schreibe ich es auf, zumindest was die tagebuchartigen Blog-Texte betrifft. Manchmal sofort ins Handy. Früher hab ich Blogeinträge in einem einzigen stream of consciousness mit sehr wenig Interpunktion runtergeschrieben und sofort veröffentlicht, weil ich das Gefühl hatte, so der Gegenwart näher zu kommen. Mittlerweile lese ich sie mir nochmal durch, auch ein zweites Mal.

Vier Monate dauert das Residenzprogramm

Ich musste beim Lesen öfter schmunzeln oder lachen. Du beim Schreiben auch?
Das ist schön! Weniger, aber ich freue mich immer, wenn Leute sagen, dass sie lachen mussten. Lachen ist gut. 

Du schreibst viel auf Social Media. Wie verhalten sich etwa deine Tweets zu den längeren Texten? Und glaubst du, dass über diese Kanäle eine eigene Form von Literatur entstanden ist und sich dauernd entwickelt, deren Teil deine Texte sind? 
Eigentlich sind Tweets Beobachtungsfragmente in Reinform. Alles, was ich seit 2016 da hineingeschrieben habe, ist also mehr oder weniger der Rohstoff für einen Roman. Deswegen ist Twitter so gefährlich und gleichzeitig so schön: Es bietet wie keine zweite Social Media Plattform die Möglichkeit, miniaturprosaischen Textformen, Meinungen und Stilistik sofort Reichweite zu geben. Schreib- und Kommunikationsweisen, die nicht nur auf Twitter, sondern generell im durch und durch textbasierten Internet entstehen und sich verbreiten, haben daher auf jeden Fall Auswirkung auf Gegenwart und damit auch auf Literatur. Trotzdem heißt das natürlich nicht, dass sich literarische Texte solcher bedienen müssen. Kein Text bildet Gegenwart ab, nur weil Emojis vorkommen. Und Tweets sind längst kein Buch. 

Mit einfachen Mitteln einnehmend erzählen

Gibt es Schriftsteller*innen, deren Arbeiten dir besonders gefallen?
Generell mag ich Autor*innen, die mit einfachen Mitteln einnehmend erzählen, Sally Rooneys »Normal People« war eins meiner Lieblingsbücher der letzten Jahre, gerade lese ich Sibylle Bergs »Der Mann schläft«, und es beruhigt mich wie wenig in letzter Zeit. Leif Randts »Allegro Pastell« schimmert mich vom Regal aus an, ich habe gehört, das muss man gerade lesen, wenn man deutsche Gegenwart begreifen will. Ich bin gespannt.   

Im Text »haarmonie« beschreibst du einen Frisörbesuch auf dem Land. Alltäglich und doch nicht. Die Frisörin modelliert dich zu einer Art Kunstfigur, und du lässt es mit dir machen.  Hast du beim Schreiben Lust an der Verwandlung oder versuchst du eher über die Ich-Form dir selbst nahe zu kommen?
Ich glaube, weder noch. Wenn solches Schreiben überhaupt irgendeinen Sinn hat, dann, dass sonst Undokumentiertes offengelegt wird: Zwischenmenschliche Zustände, profane Schönheit, ehrliche Gedanken. Die Ich-Perspektive resultiert aus der Tagebuch-Form. An Verwandlung hab ich selten Lust.  

Kannst du dir vorstellen, mal einen Roman zu schreiben? Wovon könnte der handeln?
Das finde ich gerade beides heraus.

Wirst du dir ein Haustier anschaffen, wenn du wieder zuhause bist?
Ich glaube nicht. Zumindest nicht, solange ich in der Stadt lebe. Da bin ich in der Regel mehr unter Menschen, die ich mag und brauche erstmal kein Tier, das Zwischenmenschlichkeit substituiert.

Autorinnenporträt: Stefani Glauber, Fotos von unterwegs: Carla Kaspari

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»Literatur zur Zeit« ist eine seit 2008 vornehmlich im King Georg stattfindende Lesungsreihe. Mit Unterstützung der Bunt Buchhandlung und des Kulturamts der Stadt Köln. Hier stellt Veranstalter Wolfgang Frömberg Bücher und Autor*innen vor.

Milestones ist ein Wortspiel mit dem Namen von Miles Davis und seinen »Klängen«. In großem Respekt vor diesem Jazzer, der wie kein Zweiter durch seine Kreativität mehrfach ganze Stilrichtungen angestoßen und geprägt hat, heißt die Betreibergesellschaft des King Georg »Milestones«. Aber natürlich auch, weil wir einen Meilenstein für Straight Ahead Jazz in Köln setzen wollen.  Jedenfalls war das Album »Milestones« ein solcher Meilenstein, genauso wie ein Jahr später und vielleicht noch stärker sein Album »Kind of Blue«. Beide stehen historisch für den modalen Jazz, der sich am ehesten als Übergang charakterisieren lässt, weg vom Bebop, noch halbwegs im Cool Jazz mit seinem Minimalismus und trotz des eher ruhigen Charakters schon auf dem Weg zum Freejazz. Mit der Verwendung sowohl konventioneller  als auch modaler Tonleitern und chromatischen Passagen steht der frei improvisierende Solist im Vordergrund, die Begleitung ist oft spartanisch.

Viele kreative Entwicklungen

Miles Davis ist derjenige Jazz-Musiker, der mit seiner Kreativität eine Mehrzahl von Entwicklungen angestoßen hat. »Birth Of The Cool« 1957 als Hinwendung zum Cool Jazz, 1958 dann das Album »Milestones«, 1959 das Album »Kind of Blue«, schlicht angesehen als das Album des modalen Jazz, später dann die Kurve hin zu Rock und Fusion mit dem weltbekannten Album »Bitches Brew« 1969. Ich selbst habe Miles zum ersten Mal live 1972 gehört – und habe ihn nicht verstanden mit seinem neuen Stil, hatte ich doch eher noch seine Stücke aus der Zeit 1958 – ca. 1965 im Ohr. Viel später habe ich nachvollzogen, welche unfassbare Neuerung er damit erreicht hatte.

Film über Leben und Werk

Trotzdem: Für mich bleibt seine erste Phase dasjenige, was ich am liebsten höre. Und natürlich nehme ich hier »Milestones« als Stichwort für den Sound des King Georg. Und das Album als Beispiel für die unglaubliche Besetzung, die damals zusammenkam: John Coltrane am Tenorsaxophon, Cannonball Adderley am Altsaxophon, Red Garland am Piano, Paul Chambers am Kontrabass und Philly Joe Jones am Schlagzeug.

Aber das Stück  wie das Album stehen eher als Sinnbild für diese Schaffensperiode von Miles Davis.Und deshalb gerne noch der Hinweis auf ein weiteres wohlbekanntes Stück ( und Album) aus dem Jahr 1963 : Seven Steps to Heaven.

Über Miles Davis ließe sich unendlich schreiben und nachdenken, hier geht es aber nur um meine Lieblingsstücke (so schwer mir die Auswahl fällt). Aber wer Zeit und Gelegenheit hat, sollte sich den jüngst (April 2020) auch als DVD erhältlichen Film über sein Leben anschauen, das ist lohnend.

Die Zeit schrieb: Der Dokumentarfilm »Miles Davis: Birth Of The Cool« will Werk und Leben des Jazzmusikers in knapp zwei Kinostunden erzählen. Das ist zu wenig Zeit für zu viel Stoff.


Jochen Axer, Unterstützer des King Georg und über die Cologne Jazz Supporters Förderer vieler weiterer Jazz-Projekte, stellt hier jeden Sonntag einen seiner Favoriten vor.

Der Bandleader, Komponist, Arrangeur und Multiinstrumentalist hat besonders in der Kölner Jazz-Szene Spuren hinterlassen.


Kurt Edelhagen

Am 5.6.2020 ist der 100. Geburtstag des Bandleaders, Komponisten, Arrangeurs und Multiinstrumentalisten Kurt Edelhagen, dem die deutsche und besonders die Kölner Jazz Community viel zu verdanken hat. Biografische Informationen sind den großartigen Büchern »Jazz in Köln« von Robert von Zahn und »Play yourself, man! – Die Geschichte des Jazz in Deutschland« von Wolfram Knauer entnommen.

Kurt Edelhagen wurde am 5. Juni 1920 in Baukau (heute Herne) im Ruhrgebiet geboren. Er besuchte als Jugendlicher die Folkwangschule Essen und studierte Klarinette, Klavier und das Dirigieren. Schon in dieser Zeit und dann auch als Soldat in Frankreich hörte er heimlich Jazz. Zurück in Herne 1945 gründete er eine Band, die er bald zur Big Band erweiterte. Es folgten zahlreiche Auftritte in britischen und später amerikanischen Soldatenclubs. Ab 1948 machte die Band Rundfunkaufnahmen für AFN und andere Sender. Die Arrangeure orientierten sich vielfach an Edelhagens großem Vorbild Stan Kenton. 1949 wurde Edelhagen mit seiner Band als »Jazz- und Unterhaltungsorchester« vom Bayerischen Rundfunk verpflichtet. Der Spagat, Tanz- und Unterhaltungsmusik spielen zu müssen, um Jazz spielen zu können, blieb ihm ein Leben lang erhalten. Edelhagen konnte einige der besten deutschen Jazz-Musiker der damaligen Zeit verpflichten. Erste Schallplatten entstanden. 1952 wechselte er zum Südwestfunk in Baden-Baden. Hier spielt Edelhagen mit seiner Band beim deutschen Jazzfestival in Frankfurt 1954, unter anderem mit Emil Mangelsdorff, Paul Kuhn und Caterina Valente, deren Karriere in Deutschland Edelhagen maßgeblich förderte (nur Audio): 

Edelhagen interessierte sich frühzeitig für den Third Stream, also die Verbindung von Jazz und klassischer Musik, die vor allem der deutschstämmige Gunter Schuller in den USA vorantrieb. Bei den Donaueschinger Musiktagen 1954 spielte Edelhagen mit seinem Orchester nicht nur Strawinskis »Ebony Concerto«, sondern führte zusammen mit dem SWF Symphonieorchester auch Rolf Liebermanns »Concerto for Jazzband and Symphony Orchestra« erstmals auf (nur Audio): 

Aber natürlich schlug sein Herz weiterhin für den Jazz, hier 1956:

1958 ging Edelhagen zum WDR nach Köln. Er bekam einen Zeitvertrag als freier Mitarbeiter, das heißt. seine Musiker waren keine WDR-Angestellten. Und er wechselte die Musiker häufig, zum Teil wegen seines eisernen Qualitätsanspruchs, zum Teil, weil die Musiker feste längerfristige Engagements in anderen Bands bevorzugten. Im selben Jahr wurde er Leiter des ersten Jazz-Kurses der Musikhochschule Köln und setzte bis 1963 Musiker seiner Band als Dozenten ein. Dies war nicht nur die erste dedizierte Jazz-Ausbildung in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg, sondern auch die Wurzel für den bis heute bestehenden Jazz-Studiengang der Musikhochschule Köln und die Basis für eine entstehende Kölner Jazz-Szene. 

Edelhagen lebte weiter im Spagat zwischen Jazz und Unterhaltung. Hier eine LP-Produktion mit Toots Thielemans 1961 (nur Audio): 

Live in Aachen im Dezember 1960 klang das deutlich jazziger

In den 1960er Jahren erhielt das Orchester Kurt Edelhagen immer öfter internationale Einladungen. So fand eine Russland-Tournee statt. Hier spielten sie beim Jazz Festival Prag 1965: 

1966 spielte das Orchester bei den Berliner Jazztagen mit dem jungen Posaunisten Jiggs Whigham: 

1968 begleitete das Orchester Kurt Edelhagen Hildegard Knef bei einem der besten Konzerte ihrer Karriere in der Berliner Philharmonie: 

1969 geriet Edelhagen in eine gesundheitliche Krise. Es wurde Leberzirrhose festgestellt. Er arbeitete bald weiter. Immer versuchte er, die besten Arrangeure für sein Orchester zu verpflichten. So arrangierte Quincy Jones 1970 Kompositionen von Jimmy Webb für ihn (nur Audio):

Seinen größten internationalen Erfolg erlebte Edelhagen 1972, als er die Musik für die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in München leitete: 

https://www.youtube.com/watch?v=CWiZBwvuu1Q

Das war zwar kaum Jazz, aber die Soundtrack LP wurde Edelhagens größter kommerzieller Erfolg und stand zwei Monate lang an der Spitze der deutschen Hitparade.

Edelhagens Verhältnis zum WDR kühlte in den 1970er Jahren ab. Er blieb aber noch einige Jahre präsent, hier mit seinem Orchester als Entertainer mit viel Fernsehprominenz im deutschen Fernsehen 1975: 

Nach langer schwerer Krankheit starb Edelhagen am 8. Februar 1982 in Köln mit nur 61 Jahren. Von Anspruch und Ausrichtung her kann man die WDR Big Band als Nachfolgerin seines Orchesters betrachten, auch wenn sie formal aus dem WDR Tanzorchester hervorging und sich glücklicherweise weitgehend auf Jazz konzentrieren kann. 

Trotz aller Verdienste ist Edelhagen leider ein wenig in Vergessenheit geraten. Dabei haben die deutsche, und insbesondere die Kölner Jazz-Szene ihm viel zu verdanken. Jiggs Whigham erinnerte 2016 an ihn mit dem Programm »Edelhagen Remembered« des BuJazzO.

Zum 100. Geburtstag feiern ihn auch die deutschen Rundfunkanstalten:

WDR Dokumentation mit der WDR Big Band  

SWR (nur Audio): Archivaufnahmen 

Karsten Mützelfelds Sendung

Text: Hans-Bernd Kittlaus

Erinnerung an einen denkwürdigen Abend. Keith Jarretts Konzert in der Kölner Oper am 24. Januar 1975


Keith Jarrett

Manchmal hat man Glück. 1975 war ich gerade 20 Jahre alt und durfte eine Sternstunde des Jazz miterleben. Eigentlich hatte ich zuvor nur Aufnahmen von Jarrett mit Miles Davis als Jazzrock gehört und keine Ahnung von den Soloauftritten. Aber ich wollte ihn hören und hatte Glück, eine Studentenkarte zu bekommen. Und war – wie alle in der Kölner Oper – 66 Minuten sprach-, ja atemlos.

Der richtige Sound trotz falschem Flügel

»The Köln Concert« war ein frei improvisiertes Konzert. »Es ist immer wieder, als würde ich nackt auf die Bühne treten. Das Wichtigste bei einem Solokonzert ist die erste Note, die ich spiele, oder die ersten vier Noten. Wenn sie genug Spannung haben, folgt der Rest des Konzerts daraus fast selbstverständlich.« Den ersten Teil begann Jarrett dementsprechend mit der Melodie des Pausengongs der Kölner Oper; wenn man die Originalaufnahme genau anhört, dann hört man Lachen.

Bestseller für die Ewigkeit

Nichts habe ich mitbekommen von den Widrigkeiten im Vorfeld des Konzerts. Nur auf ausdrückliche Bitten der lokalen Veranstalterin Vera Brandes war Jarrett bereit, trotz des »falschen« Flügels doch aufzutreten. Sie berichtet hiervon anschaulich im WDR 

Eine Veröffentlichung auf Youtube oder ähnliches gibt es meiner Kenntnis nach nicht, auch keine ganz frei zugängliche Audio-Aufnahme. Aber schon über Spotify kann man die Originalaufnahme in aller Ruhe hören – und wer sich diese eine Stunde Zeit nimmt  – in aller Ruhe – wird verstehen, warum dieses Konzert ein Meilenstein der Jazzimprovisation ist. Und gleichzeitig ein überragender Erfolg:  Das Album ist die bis heute meistverkaufte Jazz-Soloplatte und meistverkaufte Klavier-Soloplatte mit rd. 3,5 Mio verkauften Einheiten. Das wird wohl in Zeiten von mp3 und mp4 für alle Ewigkeit so bleiben.

Text: Jochen Axer