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Nächster livestream: Danny Grissett Trio
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2019, Laika / Flying Dolphin Records

Tenorsaxofon-Legende Ernie Watts gelingt mit »Home Light« erneut eine exzellente Einspielung, nachdem schon der Vorgänger »Wheel Of Time« bestens gefiel. Das Programm besteht aus neun Stücken, überwiegend Eigenkompositionen der beteiligten Musiker, aufgenommen im Dezember 2017 in Köln mit seiner langjährigen europäischen Band. Es beginnt mit Watts‘ »I Forgot August« in zügigem Tempo mit ausdrucksstarkem Solo des Saxofonisten. Auch Pianist Christoph Sänger soliert inspiriert, Rudi Engel lässt seinen Bass rhythmisch laufen, und Schlagzeuger Heinrich Köberling treibt die Musik voran und ist jederzeit präsent, ohne sich in den Vordergrund zu spielen. Seine Komposition »Cafe Central 2 am« nutzt Watts zu einem langen Solo mit anhaltender Glut. Die CD endet besonders emotional mit dem Titelsong, der Watts‘ Freund, dem verstorbenen Schlagzeuger Ndugu Chancler gewidmet ist. Es ist eine Freude, diese so gut eingespielte Band zu hören mit einem Ernie Watts, der mit 73 besser denn je klingt. Straight Ahead Jazz vom Feinsten!

Text: Hans-Bernd Kittlaus

Chrizzi Heinen, Frank Eckert

Unser regelmäßiger Podcast über das Lesen und Gelesenwerden. Was haben die Bücher mit dem Leben zu tun?

Sechste Folge: Wolfgang Frömberg im Gespräch mit der Autorin und Verlegerin Chrizzi Heinen und dem Musik- und Literatur-Kolumnisten Frank Eckert.

Illustration: Chrizzi Heinen

Santana als Teil der Jazz-Geschichte… da werden einige zweifeln. Nicht mit allen Songs, aber zum Beispiel mit dem Instrumentalstück »Europa« von dem Album »Amigos« aus dem Jahr 1976 gehört er dazu. Ausgewählt habe ich eine Version von Carlos Santana selbst mit mit Gato Barbieri 1977, der das Werk auch von seinem eigenen Album Calienti veröffentlicht hat. 

Das Album »Amigos«  ist ein sicherlich hervorragendes Album mit vielen neuen Ideen – und Santana noch nicht auf der Suche nach dem großen Publikum. 

Vielleicht ist die spätere Aufnahme von Santana aus 2012 eine interessante Alternative, zumindest ein Dokument der weiteren Entwicklung.  

Viele Künstler*innen haben den Song genutzt. Der spanische Musiker Dyango sang eine von Paco de Lucia begleitete Version mit Texten zur Melodie.

Europa wird von vielen als Santanas schönster Instrumentalsong angesehen – in jedem Fall ist er einer seiner komplexesten Songs. 

Und nochmals Santana selbst mit der frühestens Aufnahme 1976 (Paris):


Jochen Axer, Unterstützer des King Georg und über die Cologne Jazz Supporters Förderer vieler weiterer Jazz-Projekte, stellt hier jeden Sonntag einen seiner Favoriten vor.

Constantin Herzog über Johannes Fritsch, Aktualität und die Impakt Records Veröffentlichung #024


Johannes Fritsch

Dieses Jahr wäre der Komponist Johannes Fritsch 80 Jahre alt geworden. Wie wir spätestens seit dem grandiosen Beethoven-Jahr 2020 wissen, werden solche Jubiläen gerne herangezogen, um einen Komponisten zu feiern, sein Werk nochmal in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken und im Rahmen dessen auch die ein oder andere in-, um- und herum-terpretation zu wagen oder sogar ein neues Werk in Auftrag zu geben, das sich auf den Jubilaren bezieht. So wird im Oktober bei Impakt Records eine CD veröffentlicht, auf der die Musik von Fritsch im Mittelpunkt steht, sowie zwei neue Stücke seiner ehemaligen Studenten Oxana Omelchuk und Simon Rummel. Was das mit Impakt, Improvisation und aktueller Musik zu tun hat, möchte ich im folgenden erörtern.

Als ich 2007 nach Köln kam, um bei Dieter Manderscheid Jazz Kontrabass zu studieren, bekam ich noch bevor das Semester anfing die Anfrage, bei einem Stück für ein Diplomkonzert mitzuspielen. Das hatte mit Jazz allerdings ziemlich wenig zu tun, obwohl außer mir sonst ausschließlich Jazzmusiker beteiligt waren. Das Stück hieß »Nocturne« für fünf Kontrabässe von Oxana Omelchuk, damals einer Kompositionsstudentin bei Johannes Fritsch. Warum dieses Stück ausgerechnet fünf Jazzbassisten spielen sollten, hatte weniger damit zu tun, dass dabei besonders viel improvisiert oder selbstständig gestaltet werden sollte. Vielmehr empfahl Fritsch, sich direkt an die Klasse von Dieter Manderscheid zu wenden. Dort sei es einfacher, fünf Bassisten zu finden, die bei so etwas mitmachen würden. Die erste Probe fand Feedback Studio in der Genter Straße 23 statt, im Belgischen Viertel, unweit des Brüsseler Platzes, wo ich auch zum ersten mal Johannes Fritsch, dem Mitbegründer des Feedback Studio-Verlages begegnete. In den nächsten Jahren sollte ich dort noch viele Stunden damit verbringen, mich durch Feedback Papers, Noten, CDs, DATs und Tonbänder zu wühlen, bis 2010, nach Fritschs Tod, der Verlag aufgelöst wurde und das Feedback Studio das Hinterhaus in der Genter Straße räumen musste.

Johannes Fritsch wurde 1941 in Bensheim geboren und lernte zunächst Geige, später Bratsche. Er studierte von 1961-65 in Köln Musikwissenschaft, Philosophie, Soziologie, Bratsche und bei B.A. Zimmermann Komposition. 1964-1970 war er Mitglied im Stockhausen Ensemble, mit dem er zahlreiche Konzertreisen, Rundfunk- und Schallplattenaufnahmen bestritt, bis es 1970 nach der Weltausstellung in Osaka mit Stockhausen zum Bruch kam. Fritsch gründete zusammen mit Rolf Gehlhaar und David Johnson das Feedback Studio und ein Jahr später den Feedback Studio Verlag, den ersten deutschen Komponistenverlag. 1971–84 leitete er die Kompositionsklasse und das Seminar für Neue Musik an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt. 1984–2006 wirkte er als Professor für Komposition an der Hochschule für Musik und Tanz Köln.

Improvisation spielte im Wirken von Fritsch eine große Rolle: als Komponist, als Composer-Performer, sowie als Interpret im Stockhausen Ensemble. Bereit seine erste dokumentierte Komposition »Duett für Bratsche« (1961) ist ein aus Bratschenklängen erstelltes Zuspieltonband, zu dem der Komponist selbst auf der Bratsche mit dem gleichen Material frei improvisiert. Sein persönlichstes Stück »Violectra« (das 2021 sein 50. Jubiläum feiert) ist eine, in Fritschs Worten »Live elektronische Kompositionsimprovisation« für Viola d’amore und Synthesizer. Das Stück, das ab Mitte der 1970er Jahre das einzige Stück sein sollte, bei dem er noch selbst als Interpret in Erscheinung treten sollte und das unter anderem auf dem Impakt Release #024 als Version für Viola d’amore, Violoncello, Kontrabass und Live Elektronik erscheinen wird. 

Was bedeutet »aktuell«?

Nun könnte man sich fragen, warum ein 50 Jahre altes Stück ausgerechnet auf einem Label für Improvisierte und Aktuelle Musik erscheinen soll. Kann denn so ein alter Hut überhaupt aktuell sein? Gibt man in unser aller Lieblingssuchmaschine »aktuell definition« ein, so erscheint: »1. gegenwärtig vorhanden, bedeutsam für die unmittelbare Gegenwart; gegenwartsbezogen, -nah, zeitnah, zeitgemäß; 2. Mode, Wirtschaft: ganz neu, modisch, up to date, en vogue«.

Modisch oder en vogue ist dieses Stück sicher nicht. Damals war es das aber auf jeden Fall. Mit einem tragbaren Synthesizer wie dem EMS VCS3 war es zum ersten mal möglich, unabhängig von Institutionen wie dem Elektronischen Studio des WDR, sein eigenes kleines elektronisches Studio dabei zu haben. Heute ist das nichts besonderes mehr, wo doch jeder mittlerweile einen analogen, womöglich modularen Synthesizer sein eigen nennt. Auch das Patch ist aus heutiger Sicht nicht gerade aufregend: Eine schlichte Ringmodulation, bei manchen Versionen mit Tape Delay. Würde ich jetzt versuchen, mit diesen Geräten, vielleicht sogar mit einem echten VCS3 das Stück nachzustellen, es so klingen zu lassen wie damals, möglichst nah am Original, auch was meinen Umgang mit dem Material angeht, kommt sicher nichts aktuelles dabei heraus. Im besten Fall etwas nostalgisches. Sobald ich mich aber ernsthaft mit dem Stück befasse, den Umständen seiner Entstehung, den Transformationen, die es im Laufe der Zeit erfahren hat, der Harmonik, dem elektronischen Setup und ich versuche meine Version darin zu finden, die für mich heute, nach vielleicht sehr subjektiven Maßstäben, funktioniert, wird die Version aktuell und für mein musikalisches Denken und Handeln bedeutsam.

 Im Mai und Juni diesen Jahres haben wir in der Tersteegenkirche in Köln-Dünnwald die Musik für die CD »Nachthelle« aufgenommen. Ursprünglich sollte es ein Konzert in St. Peter werden, was aufgrund der Corona-Pandemie nicht stattfinden konnte. Stattdessen konnte das Konzert in eine CD-Produktion umgewandelt werden, was durch guten Willen der Förderer Kunststiftung NRW und musikfonds, zusätzlicher Unterstützung vom Sonderfonds der Kunststiftung, Equipment Ausleihe bei ON und Geo Schaller, sowie jeder Menge Do-It-Yourself möglich wurde.

Im Mittelpunkt stand wie bereits erwähnt das Stück »Violectra«, das zusammen mit Fritsch jubilierte. Am ersten Aufnahmetag im Mai nahmen wir aber zuerst den Titel-Track „Nachthelle“ für Viola, Violoncello, Kontrabass und Analogsynthesizer auf. Bei diesem Stück werden die beiden äußeren Saiten der Streichinstrumente um mindestens eine Oktave tiefer gestimmt. Dabei entsteht neben einem erweiterten Tonumfang auch eine gewisse Unschärfe in den Tonhöhen, die sich so verstimmt schwer kontrollieren lassen. Das Stück spielt mit dem Kontrast zwischen diesen sehr dunklen, undeutlichen Klängen und den offenen, hellen Obertonklängen auf den normal gestimmten Saiten. Eine besondere Rolle hat dabei der Analogsynthesizer. Uns stand der EMS VCS3 zur Verfügung, den Fritsch vor 50 Jahren zur erwarb. „Die assoziative grafische Notation des Synthesizer-Parts (sowie der Streicher in Teil 4) folgt Ausschnitten aus einer Zeichnung des Flusses Arno bei Florenz von Leonardo da Vinci.“ (Johannes Fritsch) Im Anschluss machten wir einen Take unserer Version von „Violectra“ und beließen es dabei. Diese Version ist auf der CD zu hören.

Einen Monat später im Juni nahmen wir zunächst von Oxana Omelchuk das Stück „… und einmal beobachtete sie vier Silhouetten an einer Jalousie, die in einem Haus Tee tranken…“ für Trio Basso und Elektronik auf. Hierbei werden sowohl Skordaturen (also Umstimmungen der Streichinstrumente) von „Violectra“ und „Nachthelle“ verwendet, sowie als Elektronik gefilterte Delays und ein fast konventionell gespielter, tonaler Synthesizer. Zwei Tage später folgte von Simon Rummel das Stück mit dem schlichten Titel “Musik für Trio Basso, Gläserspiel und Harmonika“, bei dem Simon Rummel selbst den Gläser-Part übernahm. Bei beiden Stücken ist der Fritsch Einfluss auf sehr unterschiedliche Art, aber deutlich spürbar.

In einem Musikbetrieb, der auf der einen Seite alten Meistern huldigt und auf der anderen Seite stets der neuesten Mode hinterher hechelt, ist nichts so alt, wie der Komponist von gestern. Dass ein Komponist, Autor und Denker wie Johannes Fritsch aber immer noch aktuell sein kann, hoffe ich mit dieser Veröffentlichung zu zeigen. Wenn nicht aktuell, dann wenigstens zeitlos.

»Nachthelle« – works by Johannes Fritsch, Oxana Omelchuk, Simon Rummel ab Oktober als CD oder Download erhältlich bei Impakt Records und Bandcamp, Geigenbau Grießhaber & Mayer-Lindenberg und bei mir.

Viola, Viola d’amore – Annegret Mayer-Lindenberg

Violoncello – Rebekka Stephan

Kontrabass – Constantin Herzog

Elektronik, Harmonium – Florian Zwissler

Gläserspiel (Track 4) – Simon Rummel

Vielen Dank an Kunststiftung NRW, musikfonds, ON cologne und Geo Schaller.

Wer mehr über Johannes Fritsch erfahren möchte, wird HIER fündig oder hier: Fritsch, Johannes, Rainer Nonnenmann und Robert von Zahn (Hg.): »Johannes Fritsch. Über den Inhalt von Musik. Gesammelte Schriften 1964 – 2006« 

Ich kann auch nur jedem die Feedback Papers ans Herz legen. Warum gibt es die eigentlich nicht in der Stadtbücherei oder in der Bibliothek der Musikhochschule?

Text: Constantin Herzog, Fotos: Alfred Koch, Rebekka Stephan, Annegret Mayer-Lindenberg

Hanitra Wagner

Unser wöchentlicher Podcast über das Leben, die Musik und alles, was dazugehört.

32. Folge: Wolfgang Frömberg im Gespräch mit Hanitra Wagner, Musikerin und Sängerin der Band Vaovao.

Foto: Anna Jaissle

Wer Swing liebt, Bigband Jazz und zudem Drummer, der kommt an der Kenny Clarke, Francy Boland Bigband nicht vorbei. Zum Start eine Aufnahme aus dem Jahr 1970 der Band mit dem Doppel-Schlagzeug-Solo von Kenny Clarke und Kenny Clare – daher der Name des Stücks.

Und nochmals als Abschluss (52:30) in der Konzertaufnahme aus Prag 1967 – zwei kongeniale Drummer – mit Kenny Clarke als dem Mann des Bebop – aber zuvor sollte man das ganze Konzert ansehen/anhören: 

1. My favorite things 
2. Griff’s groove 
3. Box 703 Washington DC 
4. Here the good wind comes 
5. Nights in Warsaw 
6. What a regal aspect he yet retains 
7. Ramos des Flores 
8. I don’t want nothing 
9. The Turk 
10. And the hence we issued out to see the stars 
11. Kenny & Kenny

Besetzung: 
Benny Bailey, Idrees Sulieman, Jimmy Deuchar, Dusko Goykovich (tp) 
Ake Persson, Nat Peck, Eric van Lier (tb) 
Derek Humble (as) 
Johnny Griffin, Don Menza, Tony Coe, Ronnie Scott (ts) 
Sahib Shihab (bar) 
Francy Boland (p, arr) Jimmy Woode (b) 
Kenny Clarke & Kenny Clare (d) 
Fats Sadi (bgo, vib) 
Gigi Campi (emcee) 

Und wenn man die Besetzung insgesamt  liest, dann weiß man, welche Qualität auf der Bühne stand. Es war die Zeit der Bigband mit Unterstützung durch Gigi Campi, der viele Mitglieder der Band in Köln zusammengeführt hatte. Gigi Campi war damit einer der wichtigsten Begründer für den Jazz in dieser Stadt. 

Der Anfang  der Zusammenarbeit von Kenny Clarke und Francy Boland lag ein paar Jahre zurück, 1960 in Paris, die Band von den beiden gegründet als Oktett und dem Album »The Golden 8« (1961): 

The Golden 8 – 1961

Kenny Clarke – drums…. 
Francy Boland – piano…. 
Dusko Gojkovic – trumpet…. 
Raymond Droz, Derek Humble alto saxophone…. 
Karl Drevo – tenor saxophone….
Christian Kellens – baritone saxophone…. 
Jimmy Woode – bass….

00:00 [01] La Campimania Kenny Clarke (USA) – drums & Francy Boland (BEL) – piano 
03:28 [02] Gloria (Theme from ‘BUtterfield 8’) Karl Drewo (AUT) – tenor saxophone 
08:32 [03] High Notes Jimmy Woode (USA) – bass & Duško Gojković (SER) – trumpet 
12:31 [04] Softly, as in a Morning Sunrise Raymond Droz (BEL) – alto horn & Chris Kellens (CH) – baritone horn 
16:10 [05] The Golden Eight Derek Humble (ENG) – alto saxophone
21:00 [06] Strange Meeting 
24:48 [07] You’d Be So Nice to Come Home To 
27:38 [08] Dorian 0437 
33:24 [09] Poor Butterfly 
40:15 [10] Basse Cuite

Die früheste Bildaufnahme von Kenny Clarke und Franca Boland, die zu finden war, stammt aus dem Jahr 1960 aus Paris mit Lucky Thompson (ts) und Buddy Catlett (b) 

1967 bis 1972 war dann die große Zeit der CBBB, gestartet unter Gigi Campi mit dem Album »17 Men and their music«

Der Belgier Francy Boland war ein begnadeter Komponist und Arrangeur, der die Band gemeinsam mit Kenny Clarke deutlich prägte. Aus dieser Zeit weitere Aufnahmen, da kann ich mich gar nicht satthören. Ich bin sicher, dass angesichts der Fülle an Jazz, die die Band innerhalb von fünf Jahren produizerte, es nicht der letzte Beitrag zu dieser berühmten Band ist:

Jazz Convention II 

00:00 Doleful City 
04:03 Again To See The Stars
 
06:51 Circling and Sinking 
07:18 Love 
10:29 Plutus 
10:49 Papa Satan 
14:52 From The Fell Repast 
18:30 Into The Second 
21:16 What A Regal Aspect 
25:21 Oldos Negros 
29:53 Orquideas 
32:08 Uma Fita De Tres Cores 
37:14 Umas Rosa So 

Besetzung: Rick Kiefer, Idress Sulieman, Shake Keane, Jimmy Deuchar (tp); 
Åke Persson, Nat Peck, Erik van Lier (tb); 
Derek Humble (as); 
Johnny Griffin, Ronnie Scott, Carl Drevo (ts); 
Sahib Shibab (bs); Francy Boland (p, arr); 
Jimmy Woode (b); 
Kenny Clare (d); 
Fats Sadi (perc)

Und zum Abschluss noch ein Latin-Album der Bigband aus dem Jahr 1968 (Latin Kaleidoscope)

00:00 01. Un Graso De Areia 
04:54 02. Duas Rosas 
07:22 03. A Rosa Negra 
09:21 04. Uma Fita De Tres Cores 
13:23 05. Olhos Negros 
17:24 06. Ramo De Flores 
19:27 07. Fiebre Cuban 
21:51 08. Mambo De Las Brujas 
25:59 09. Strano Sueno 
30:05 10. Cara Bruja 
32:15 11. Crespusculo Y Aurora



Jochen Axer, Unterstützer des King Georg und über die Cologne Jazz Supporters Förderer vieler weiterer Jazz-Projekte, stellt hier jeden Sonntag einen seiner Favoriten vor.

Berühmt werden Songs oft durch Interpretation – hier waren es John Coltrane (sax) und McCoy Tyner (p),die gemeinsam mit Jimmy Garrison (b) und Elvin Jones (dr) diesem Stück von Mal Waldron vollkommen neue Seiten abgewannen und es zu einer großartigen Ballade machten. Nein, »Soul Eyes« ist nicht von Coltrane, wie man meinen könnte, da er doch ein Album auch unter diesen Eröffnungstitel stellte. Deshalb hier dieses Album als großes Vergnügen mit John Coltrane:

1 | 00:00 | John Coltrane – Tanganyika Strut (Curtis Fuller)
 2 | 10:00 | John Coltrane – It’s Easy To Remember (but So Hard To Forget) (Lorenz Hart, Richard Rodgers) 
3 | 12:49 | John Coltrane – Locomotion (John Coltrane)
4 | 20:04 | John Coltrane – Giant Steps (John Coltrane) 
5 | 24:51 | John Coltrane – Bass Blues (John Coltrane) 
6 | 32:37 | John Coltrane – Lazy Bird (John Coltrane) 
7 | 39:43 | John Coltrane – Syeeda’s Song Flute (John Coltrane) 
8 | 46:48 | John Coltrane – Out Of This World (Harold Arlen, Johnny Mercer)
 9 | 1:00:53 | John Coltrane – Cousin Mary (John Coltrane) 
10 | 1:06:43 | John Coltrane – Spiral (John Coltrane) 
11 | 1:12:46 | John Coltrane – You Leave Me Breathless (John Coltrane)
12 | 1:20:10 | John Coltrane – Up ‘Gainst The Wall (John Coltrane) 
13 | 1:23:24 | John Coltrane – Naima (John Coltrane) 
14 | 1:27:49 | John Coltrane – Tunji (John Coltrane) 
15 | 1:34:25 | John Coltrane – Cattin’ (Waldron) 
16 | 1:41:51 | John Coltrane – Miles’ Mode (John Coltrane) 

Mal Waldron selbst hat später sein Stück mehrfach in Eigeninterpretation aufgenommen. Eine gelungene Version ist diejenige mit Steve Lacy (Sax) und Jean-Jacques Avenel aus dem Jahr 2002:

Aber die Melodie wurde auch von großem Orchester adaptiert. Die Sängerin Kandace Springs, Leo Janssen (sax) und Bart van Lier (trb), den wir auch, schon im King Georg begrüßen durften, machten die Aufnahme des Metropole Orchesters (Leiter: Jules Buckley) zu einem tollen Erlebnis:

SOUL EYES 

A soul
I’m told
Can be both hot and cold
So how is one to know
Which way to go
A soul is mirrored
In the eyes
But how is one to know
When the whole world
Is full of such lies

So darling
Watch those eyes
And even more those lies
And then you will see them smile
For a long, long while
Then you’ll know that the one
Who will always
Always be true
That’s how I
That is how I found, found you
Found you

Und weil wir gerade bei großem Orchester und  Kandace Springs sind, hier noch ihr Konzert mit der WDR Bigband aus dem Jahr 2018 bei den Leverkusener Jazztagen.



Jochen Axer, Unterstützer des King Georg und über die Cologne Jazz Supporters Förderer vieler weiterer Jazz-Projekte, stellt hier jeden Sonntag einen seiner Favoriten vor.

2019, Unit Records

Er ist 22 und studiert Jazz-Trompete an der Musikhochschule Köln – klingt normal. Er ist gleichzeitig Mitglied im Landesjugendjazzorchester Hessen und im BuJazzO – klingt nicht mehr ganz so normal. Er leitet seine eigene Big Band, legt dieses Album vor und hat für Christian Lillinger, Peter Brötzmann und Evan Parker jeweils mehrteilige Suiten geschrieben und mit ihnen in Big Band Konzerten in diesem Jahr mit großem Erfolg live aufgeführt – klingt gar nicht normal. Die sechs Eigenkompositionen des Albums, aufgenommen im April 2018, liefern abwechslungsreiche Grundlagen für Klewers Arrangements, in denen er virtuos mit Dynamikwechseln, Mehrstimmigkeit und den Klangfarben der Big Band spielt. Solistisch stechen Trompeter Ferdinand Schwarz mit melodischem Solo in »The Oceanside«, Tenorsaxofonist Victor Fox mit schönem Ton in »6th Degree« und Posaunist Philipp Schittek mit kreativer Improvisation über »When We First Met« hervor. Klewer spielt selbst nicht mit, sondern beschränkt sich aufs Dirigat. Die CD endet melancholisch mit »Zu früh«, einem Stück, das Klewer einem verstorbenen Jugendfreund widmet. Für Pascal Klewer selbst wirkt das bisher Erreichte keineswegs »zu früh« und macht gespannt auf seine nächsten Schritte.

Text: Hans-Bernd Kittlaus

Anette von Eichel

Unser wöchentlicher Podcast über das Leben, die Musik und alles, was dazugehört.

31. Folge: Wolfgang Frömberg im Gespräch mit der Sängerin, Komponistin und Dekanin des Fachbereichs Jazz/Pop der HfMT Köln Anette von Eichel.

Midnight Blue ist der wunderbare Song des gleichnamigen bekannten Albums des Jazz-Gitarristen Kenny Burrell von 1963 – mit Stanley Turrentine (sax), Major Holley  (bass), Bill English (drums) und Ray Barretto  ( Conga). Das Jazz Improv Magazine führt das Album unter den fünf empfehlenswertesten Aufnahmen Burrells auf und meint: »Wenn Sie den ›Blue Note‹ kennenlernen wollen, lauschen Sie ›Midnight Blue‹.«

Burrells Spiel basiert auf Bebop und Blues; Burrell wurde als Sohn einer Musikerfamilie geboren und begann im Alter von 12 Jahren mit dem Gitarrenspiel. Während seines Studiums machte er 1951 seine erste Aufnahme als Mitglied von Dizzy Gillespies Sextett. Nach seinem Abschluss 1955 ging er mit Oscar Peterson auf Tournee und zog dann 1956 nach New York City. Kenny Burrell, geb. 1931, ist inzwischen 91 Jahre. 

Natürlich ist das gesamte Album Midnight Blue mehr als hörenswert:

https://youtu.be/EGxsCCuZtr8

Als Bildmaterial lässt sich ein in Frankreich aufgenommenes Konzert des Jahres 1969 mit den fabelhaften Gitarristen Grant Green, Barney Kessel und eben Kenny Burrell. Schlicht. Meisterhaftes Gitarrenspiel

Und aus dem Jahr 1990 lässt sich sogar ein Konzert von Kenny Burrell aus dem Kölner Subway finden. Spannend !!

00:42 – Second Balkony Jump, 09:23 – Mark One, 16:54 – Day Dream, 26:59 – In A Mellow Tone, 33:30 – Mood Indigo, 43:00 – Take The A Train, 49:27 – Do What You Gotta Do, 54:47– end credits 



Jochen Axer, Unterstützer des King Georg und über die Cologne Jazz Supporters Förderer vieler weiterer Jazz-Projekte, stellt hier jeden Sonntag einen seiner Favoriten vor.