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Allzu viel über Django Reinhardt an dieser Stelle zu schreiben, hieße Eulen nach Athen tragen…. Oder müsste zwanzig Seiten füllen. Der französische Gitarrist, Komponist und Bandleader war Begründer des europäischen Jazz und schuf durch die Verbindung von New-Orleans-Jazz der 1920er Jahre, den französischen valses musettes und der traditionellen Spielweise der Sinti den Gipsy Swing. Sein Gitarrenspiel ist bis heute Vorbild und Ansporn.

Ausgesucht habe ich einen wunderbaren Blues, der belegt, wie Blues und Swing verbunden werden kann, eine besondere Gabe von Django Reinhardt. Und ergänze das Original mit einer neueren Vokalaufnahme der »Girls From Mars« und deren Text.

I said, blue drag,
 It sure is draggin’ me down: 
I’m almost scraping the ground 
When I hear that blue drag. 
Slow drag, 
It’s got that new lazy swing; 
I crave that new crazy swing; 
I must have my blue drag! 
Oh that rhythm, blue rhythm, 
has brought me A peculiar phase; 
Oh that rhythm, blue rhythm, 
has brought me Peculiar days. 
I can’t get enough of blue drag; 
You’ve got my soul on fire; 
I never tire of that low down blue drag. 
Now I said “blue drag”, 
It sure is draggin’ me down: 
I’m almost scraping the ground 
When I hear that blue drag. 
Slow drag, It’s got that new lazy swing; 
I crave that new crazy swing; 
I must have my blue drag! 
Oh that rhythm, blue rhythm, 
has brought me A peculiar phase; 
Oh that rhythm, blue rhythm, 
has brought me Peculiar days. 
Blue drag, You’ve got my soul on fire;
Oh, I never tire of that low down blue drag. 
I said that low down, 
I said that low down, 
I said that low down blue drag.


Jochen Axer, Unterstützer des King Georg und über die Cologne Jazz Supporters Förderer vieler weiterer Jazz-Projekte, stellt hier jeden Sonntag einen seiner Favoriten vor.

Im zweiten Teil unserer Artikel-Serie zu Leben und Wirken des legendären Jazzgitarristen Django Reinhardt geht es um seinen allmählichen Aufstieg zu einem der Größten des europäischen Jazz.

Django Reinhardt. New York, 1946


Nachdem wir beim letzten Mal mit einem Ausblick auf die Weltkarriere des Manouché Django Reinhardt endeten, kommen wir an dieser Stelle wieder zurück zum Jahr 1928.
Am 23. Januar des Jahres wurde Reinhardt also 18 Jahre alt – also volljährig – und unterschrieb sechs Monate später wohl seinen ersten Studiovertrag. Er wurde erst für vier Aufnahmen, im Anschluss nochmal für sechs weitere engagiert. Zwischen dem 20. und dem 24. Juni spielte er also bei zehn Stücken mit so illustren Namen wie »La Caravane« und »Amour De Gitane« mit. Dafür wurden
ihm das erste Mal offiziell eine Gage ausgezahlt: 500 Francs. Da der Französische Franken damals auf Grund politischer Krisen mehrfach entwertet wurde, war es leider nicht ein kleines Vermögen, sondern heute vergleichbar mit 350 Euro. Immerhin.
Für Reinhardt, der im Wohnwagen lebte und nichts weiter als seine Gitarre, etwas Nahrung und ein paar Getränke brauchte, deutete sich ein Leben abseits von Sorgen ab. Doch bekanntermaßen sollte diese Sorglosigkeit nicht lange anhalten: Das folgenreiche Feuer im Wohnwagen kostete ihn Finger an seiner Griffhand. Während Frankreich von der einen zur nächsten Kalamität schlingert, kämpft
Reinhardt mit der Gesundheit – zugleich kommt der Jazz in Frankreich (und Deutschland) an. Jetzt entwickelt er ein Eigenleben, das nicht nur auf der Interpretation US-amerikanischer Hits basiert, sondern immer häufiger von illustren Orchestern eingespielt wird.

Durch die Melodien hindurch

Reinhardt selbst braucht beinahe drei Jahre, bis zum Frühling 1931, um auf die Beine zu kommen. Er landet im südfranzösischen Toulon und taucht im »Café de Lion« auf. Dort kommt er erstmalig in Kontakt mit einem selbstbewussten Jazz; also einer Musik, die nicht nur als Salon- und Volksmusik funktioniert, sondern wagt und einen eigenen Wert entwickelt. Dort sieht ihn nicht nur der namhafte Filmemacher Jean Cocteau – der sehr begeistert ist von dem Manouche -, sondern auch Louis Vola,
ein bekannter Bassist und Bandleader. Vola nimmt im kommenden Sommer mehrere Stücke mit Reinhardt auf und tourt an der Südküste entlang – inklusive Nizza und Cannes.

Es sollte dennoch bis zum Januar 1934 dauern, bis die Karriere richtig losgeht. Der mittlerweile zur echten Größe im Pariser Nachtleben gewachsene Hot Club (de Paris) lädt ihn ein. Django Reinhardt wird für sein delikates, feines Spiel gefeiert, für seine Improvisationskunst und dafür, dass er Melodien »hoch- und runterspielt, manchmal sogar durch sie hindurch«. Das größte Magazin für Jazz in Frankreich (»Jazz-Tango-Dancing«) schwelgt in Begeisterung. Schon zwei Tage später folgt der nächste Auftritt – er und der Pianist Stephané Grappelli werden Freunde. Fortan wächst Reinhardt zum Star der Szene.

Wer ist Jungo Reinart?

Hatte er, auch auf Grund seiner Verletzungen, in den ersten sechs Jahren seiner Karriere knapp 40
bekannte Aufnahmen eingespielt, verdoppelt sich die Zahl inert einem Jahr. Als »Django Reinhardt et la Quintette du Hot Club« nimmt er auch Klassiker wie den »Tiger Rag« auf. (Man achte daraur: im Dezember 1934 ist er erstmalig Bandleader.)

Lustigerweise kann in der Jazz-Szene der französischen Hauptstadt erst im Januar 1935 ein Fehler korrigiert werden: Über ein Jahr läuft der Wundergitarrist als Jungo Reinart in den Clubs und Nachberichten. Doch in der Zwischenzeit hat sich das Gerücht vom besonderen und eigenartigen Musiker in der Haute-Volee rumgesprochen; wir erinnern uns: Reinhardt ist noch keine 25
Jahre alt zu dem Zeitpunkt. Der absolute Durchbruch steht aber gerade bevor: Im
März spielt er das erste Mal mit dem Weltstar Coleman Hawkins. Die Aufnahmen von »Blue Moon« und »Avalon« verbreiten sich in Windeseile auf dem ganzen Kontinent.

Obwohl er hier nur die zweite Geige respektive Gitarre spielt, kommt eins zum anderen. Innerhalb von fünf Tagen entstehen 15 Vinylrecordings. Im Juni 1935 wird erstmalig in den USA über Reinhardt geschrieben. In Paris und London spielt er unterdessen fast täglich Konzerte in verschiedenen Konstellationen – als Bandleader, dann wieder als Sideman. Wobei die Sideman-Rolle wird
zumindest vom Publikum nicht mehr angenommen; längst kommen sie für in erster Linie für Reinhardt.
Wie es weitergeht mit dem berüchtigten Gitarristen, wie Reinhardt den Faschismus überlebt und dann doch frühzeitig stirbt, erfahren sie im dritten und abschließenden Teil der Reihe.

Text: Lars Fleischmann/ Foto: William P. Gottlieb Sammlung

1926, ein Jahr nach »Tea for Two«, der zu einem seiner größten Erfolgstitel werden sollte, schrieb Vincent Youmans »I Know That You Know«. Besonders in der Instrumentalversion wurde der Song zu einem beliebten Jazztitel und vielfach gecovert von einer Vielzahl von Musikern, bereits 1926 von Cliff Edwards, später von Benny Goodman, Lionel Hampton, Louis Armstrong, Kansas City Five, Gene Krupa, Coleman Hawkins, Glenn Miller und vielen andere. Doris Day sang »I Know That You Know« in dem Spielfilm »Tea for Two«. Woody Allen verwendete Gene Krupas Version in seinem Film »Verbrechen und andere Kleinigkeiten« (1989).

Ausgesucht habe ich die rasante Version des begnadeten Pianisten Art Tatum aus den Jahr 1949. Tatum, der von Jugend an fast blind war, hatte das absolute Gehör hatte und neben seiner angeborenen Musikalität eine überragende Technik. Charlie Parker soll sich als Jugendlicher in einem New Yorker Restaurant als Tellerwäscher beworben haben, nur um Art Tatum, der dort regelmäßig spielte, hören zu können. Oscar Peterson soll, als er Tatum zum ersten Mal spielen hörte, geglaubt haben, dass zwei Pianisten gleichzeitig spielten; so dicht und komplex war der Sound, den Tatum in der Lage war auf dem Klavier zu spielen. Peterson bezeichnete Art Tatum als den größten Jazz-Instrumentalisten aller Zeiten. Kolportiert wird, Peterson »cried himself to sleep for months, when he heard Art Tatum’s Tiger Rag for the first time«. Und der weltberühmte klassische Pianist Wladimir Horowitz soll zu Tränen gerührt gewesen sei. Von ihm ist überliefert der Satz: »If Art Tatum ever took up classical music seriously, I’d quit tomorrow«. 

Auch Fats Waller, der Tatum vielleicht am meisten geprägt und inspiriert hat, war zutiefst beeindruckt; zitiert wird er: »Wenn dieser Mann loslegt, kann ihm niemand das Wasser reichen. Er klingt wie eine ganze Blaskapelle.« Der große Leonard Feather nannte ihn den größten Solisten der Jazzgeschichte, egal auf welchem Instrument.

Deshalb hier seine bekanntesten Aufnahmen aus den 30er Jahren  (Tiger Rag ab 6:53; Song oft he Vagabonds 10:42; und nochmals 27 Sekunden »I Know that you know« (14:40)

Oder aus den 50er Jahren vier Versionen von »Over the rainbow« !!

Und der Vollständigkeit halber Doris Day mit der Textversion:

I know that you know
That I’ll go where you go
I choose you, won’t lose you
I wish you knew how much I long to hold you in my arms

This time is my time
T’will soon be goodbye time
Then in the star light, hold me tight
With one more little kiss say nighty night

I know that you know
That I’ll go where you go
I choose you, won’t lose you
I wish you knew how much I long to hold you in my arms
This time is my time
T’will soon be goodbye time
Then in the star light, hold me tight
With one more little kiss say nighty night

I know that you know
That I’ll go where you go
I choose you, won’t lose you
I wish you knew how much I long to hold you in my arms
This time is my time
T’will soon be goodbye time
Then in the star light, hold me tight
With one more little kiss say nighty night

I know that you know
That I’ll go where you go
I choose you, don’t plan to lose you
I wish you knew how much I long to hold you in my arms
This time is my time
T’will soon be goodbye time
Then in the star light, hold me tight
With one more little kiss say nighty night

Und zum Abschluss die Bigband-Version von Gene Krupa


Jochen Axer, Unterstützer des King Georg und über die Cologne Jazz Supporters Förderer vieler weiterer Jazz-Projekte, stellt hier jeden Sonntag einen seiner Favoriten vor.