Nora Wiedenhöft, Rina Schmeing

Unser regelmäßiger Podcast über das Lesen und Gelesenwerden. Was haben die Bücher mit dem Leben zu tun?

Zweite Folge: Wolfgang Frömberg im Gespräch mit Rina Schmeing und Nora Wiedenhöft über den Bestseller »Three Women – Drei Frauen« von Lisa Taddeo.

»Boogie Woogie Etudes«, eine Aufnahme aus dem berühmten Londoner Ronnie Scott’s Club von 1974 mit dem Oscar Peterson Trio mit Niels Pedersen (bass) und Barney Kessel (guitar).

Boogie-Woogie ist ein Klavierstil, der im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts in den USA entstand und im engen Zusammenhang mit dem Eisenbahnbau in Texas steht, wo er in den Barrelhouses der afroamerikanischen Eisenbahnarbeiter in den 1870er Jahren gespielt wurde; die stampfenden Geräusche der Dampflokomotiven waren prägend. Spieltechnisch stellt der Boogie-Woogie den rollenden Bässen der linken Hand melodische bluesorientierte Off-Beat-Figuren der rechten Hand entgegen. Starke Verbreitung fand der Boogie-Woogie durch die so genannten House-Rent-Partys: Der Wohnungsinhaber organisierte einige Flaschen Schnaps und einen Musiker und finanzierte mit dem Eintrittsgeld, das er den Gästen abverlangte, seine Miete.

Diese Musik wurde später in den 1930er und 1940er Jahren regelrecht zur Popmusik. Als legendär gilt ein Konzert von John Hammond  in der Carnegie Hall in New York 1938, das die Zuhörer derart in Ekstase versetzte,, sodass die Türsteher am Ende einige Teilnehmer von den Kronleuchtern herunterbitten mussten. Es gibt etliche bekannte Pianisten des Boogie-Woogie.

Wenn ich die Etüden von Oscar Peterson hierzu ausgesucht habe, dann wegen der in der Aufnahme aus dem Ronnie Scott`s zum Ausdruck kommenden großartigen Spielfreude. Und natürlich wegen des phantastischen Jazz-Pianisten und Komponisten Oscar Peterson (geb. 1925 in Montréal; † 23. Dezember 2007) mit über 200 veröffentlichten Aufnahmen, sieben Grammys und zahlreiche weitere Auszeichnungen und damit einem der  erfolgreichsten Jazz-Pianisten aller Zeiten. 

Er spielte mit Jazz-Größen wie Ella Fitzgerald, Billie Holiday, Carmen McRae, Louis Armstrong, Lester Young, Count Basie, Charlie Parker, Quincy Jones, Stan Getz, Coleman Hawkins, Dizzy Gillespie, Roy Eldridge, Clark Terry, Freddie Hubbard und dem Modern Jazz Quartet. Während seiner Karriere machte er sich mit allen Musikstilen des Mainstream Jazz vertraut und  entwickelte gleichzeitig seinen sehr eigenen, typischen Klavierstil.

Der Boogie-Woogie-Stil wurde auch fast blues genannt. Der harmonische Ablauf entspricht im Wesentlichen dem Blues-Schema. Also soll als zweites Beispiel von Oscar Peterson ein Blues musikalisch zitiert werden mit einer Aufnahme aus dem Jahr 1974 (Chicago Blues mit Joe Pass · Niels-Henning Ørsted Peder)

Die auch heute noch große Popularität des Boogie-Woogie sei noch mit zwei ganz aktuellen Aufnahmen aus 2020 dokumentiert von einem Festival zur Erinnerung an Covid-19-Verstorbene  und zur Unterstützung erkrankter Künstler und Angehöriger (San Francisco International Boogie Woogie Festival, 2020).


Jochen Axer, Unterstützer des King Georg und über die Cologne Jazz Supporters Förderer vieler weiterer Jazz-Projekte, stellt hier jeden Sonntag einen seiner Favoriten vor.

2019, Hollistic Music Works

Brian Lynch strahlte über beide Ohren: »Nicht zu glauben, dass wir damit den Grammy gewonnen haben!« Aber sehr verdient. Alle neun Stücke des Doppel-Albums wurden von Lynch geschrieben und arrangiert in Referenz zu achtzehn von ihm geschätzten amerikanischen Schriftstellern, zwei der Stücke sind in unterschiedlichen Versionen enthalten. Die Big Band wurde für einzelne Stücke um prominente Gäste erweitert. Es beginnt mit »Crucible for Crisis« und einem kubanisch angehauchten Arrangement, das von Schlagzeuger Dafnis Prieto feurig angetrieben wird. Orlando Maraca Valle glänzt darin mit schönem Flötensolo. Auf faszinierende Art bringt Lynch Mehrstimmigkeit in seine Arrangements, etwa mit kaskadierendem Effekt in »The Struggle Is In Your Name«, in dem Donald Harrison mit seinem Altsaxofonsolo herausragt. Solistisch hält Lynch sich eher zurück, brilliert aber in »Woody Shaw« mit melodischem Einfallsreichtum. Im Vordergrund stehen seine hoch komplexen und doch sehr organisch klingenden Arrangements. Lynch hat sich mit seinem ersten Big Band (Doppel-)Album einen Lebenstraum erfüllt – und wurde dafür belohnt.

Text: Hans-Bernd Kittlaus

Dietmar Hagen Horn

Unser wöchentlicher Podcast mit Persönlichkeiten aus allen Lebensbereichen, die über ihren Alltag und ihre Jazz-Leidenschaft sprechen.

13. Folge: Jochen Axer im Gespräch mit dem Biologen, IT-Fachmann und Jazzmusker Dietmar Hagen Horn.

Bessie Smith (voc) Louis Armstrong (cornet)  Fred Longshaw (organ),  1925


Klassischer geht´s nicht mehr. »The St. Louis Blues« war und ist der erste  klassische Blues, von W. C. Handy 1914 geschrieben, der als Song der populären Musik langfristig Erfolg hatte. Und ist damit gleichzeitig Jazz-Standard und Evergreen.

Insbesondere die Interpretation von Bessie Smith und Louis Armstrong verhalfen dem Song zu großer Popularität. Aber natürlich soll auch die Version des Komponisten W.C.Handy hier gewürdigt werden, eine Aufnahme aus der Ed Sullivan Show 1949: 

Es geht weniger um die Stadt St.Louis, vielmehr erzählt der Text von einer  raffinierten Frau aus dieser Stadt, die der Sängerin den Freund ausgespannt hat.

Der gesamte veröffentlichte Text ist, wie oft bei einem Blues, spannend genug, um ihn hier wiederzugeben:

I hate to see de ev’nin‘ sun go down,
Hate to see de ev’nin‘ sun go down
Cause ma baby, he done lef‘ dis town.
Feelin‘ tomorrow lak ah feel today,
Feel tomorrow lak ah feel today,
I’ll pack my trunk, make ma git away.

Saint Louis woman wid her diamon‘ rings
Pulls dat man ‚roun‘ by her apron strings.
‚Twant for powder an‘ for store-bought hair,
De man ah love would not gone nowhere, nowhere.
Got de Saint Louis Blues jes as blue as ah can be.
Dat man got a heart lak a rock cast in the sea.

Or else he wouldn’t have gone so far from me. Doggone it!
I loves day man lak a schoolboy loves his pie,
Lak a Kentucky Col’nel loves his mint an‘ rye.
I’ll love ma baby till the day ah die.

Been to de gypsy to get ma fortune tole,
To de gypsy, done got ma fortune tole,
Cause I’m most wile ‚bout ma Jelly Roll.
Gypsy done tole me, „Don’t you wear no black.“
Yes, she done told me, „Don’t you wear no black.

Go to Saint Louis, you can win him back.“
Help me to Cairo, make Saint Louis by maself,
Git to Cairo, find ma old friend Jeff,
Gwine to pin maself close to his side;
If ah flag his train, I sho‘ can ride.
Got de Saint Louis Blues jes as blue as ah can be.
Dat man got a heart lak a rock cast in the sea.

Or else he wouldn’t have gone so far from me. Doggone it!
I loves day man lak a schoolboy loves his pie,
Lak a Kentucky Col’nel loves his mint an‘ rye.
I’ll love ma baby till the day ah die.

You ought to see dat stovepipe brown of mine,
Lak he owns de Dimon‘ Joseph line,
He’d make a cross-eyed o’man go stone blin‘.
Blacker than midnight, teeth lak flags of truce,
Blackest man in de whole of Saint Louis,


Blacker de berry, sweeter am de juice.
About a crap game, he knows a pow’ful lot,
But when worktime comes, he’s on de dot.
Gwine to ask him for a cold ten-spot,
What it takes to git it, he’s cert’nly got.

Got de Saint Louis Blues jes as blue as ah can be.
Dat man got a heart lak a rock cast in the sea.
Or else he wouldn’t have gone so far from me. Doggone it!
I loves day man lak a schoolboy loves his pie,
Lak a Kentucky Col’nel loves his mint an‘ rye.
I’ll love ma baby till the day ah die.

Extra choruses:
A black-headed gal makes a freight train jump the track, said a black-headed
Gal makes a freight train jump the track,
But a long tall gal makes a preacher ball the jack.

Lawd, a blonde-headed woman makes a good man leave the town, I said
Blonde-headed woman makes a good man leave the town,
But a red-headed woman makes a boy slap his papa down.

Oh, ashes to ashes and dust to dust, I said ashes to ashes and dust to dust,
If my blues don’t get you, my jazzing must.

(nicht autorisierte eigene Übersetzung)

Ich hasse es, die Sonne untergehen zu sehen,
Hasse es, die Sonne untergehen zu sehen
Weil mein Baby, er hat die Stadt verlassen.
Fühle den morgigen Tag, wie ich mich heute fühle,
Fühle morgen, wie ich mich heute fühle,
Ich packe meinen Koffer und verschwinde.

Eine Frau aus St. Louis mit ihren Diamantenringen
Zieht den Mann an ihren Schürzenbändern herum.
Sie will Puder und gekauftes Haar,
Der Mann, den sie liebt, würde nirgendwo hingehen, nirgendwo.
Hat den Saint Louis Blues, so blau wie ich nur sein kann.
Der Mann hat ein Herz wie ein Fels in der Brandung.

Sonst hätte er sich nicht so weit von mir entfernt. Verdammt noch mal!
Ich liebe den Mann wie ein Schuljunge seinen Kuchen,
wie ein Kentucky Col’nel seine Minze und seinen Roggen.
Ich liebe mein Baby bis zu meinem Todestag.

Ich war bei der Zigeunerin, um mein Vermögen zu holen,
Bei der Zigeunerin hab ich mein Glück gemacht,
Denn ich bin ganz verrückt nach meinem Jelly Roll.
Die Zigeunerin sagte zu mir: „Zieh kein Schwarz an.“
Ja, das hat sie mir gesagt: „Trag bloß kein Schwarz.

Geh nach St. Louis, du kannst ihn zurückgewinnen.“
Hilf mir nach Kairo, mach Saint Louis selbst,
Geh nach Kairo, finde meinen alten Freund Jeff,
Ich will mich an seine Seite heften;
Wenn ich seinen Zug beflagge, kann ich bestimmt mitfahren.
Habe den Saint Louis Blues, so blau wie ich nur sein kann.
Der Mann hat ein Herz wie ein Fels in der Brandung.

Sonst hätte er sich nicht so weit von mir entfernt. Verdammt noch mal!
Ich liebe den Mann wie ein Schuljunge seinen Kuchen,
wie ein Kentucky Col’nel seine Minze und seinen Roggen.
Ich werde mein Baby bis zu meinem Tod lieben.

Ihr solltet mal mein braunes Ofenrohr sehen,
Als ob ihm die Dimon‘ Joseph-Linie gehört,
Er würde einen schielenden Mann zum Blinzeln bringen.
Schwärzer als Mitternacht, Zähne wie Waffenstillstandsflaggen,
Der schwärzeste Mann in ganz St. Louis,

Schwärzer als die Beere, süßer als der Saft.
Wenn es um ein Spiel geht, weiß er eine Menge,
Aber wenn’s an die Arbeit geht, ist er zur Stelle.
Ich will ihn um einen kalten Zehner bitten,
Was man braucht, um es zu kriegen, das hat er ganz sicher.

Er hat den Saint Louis Blues, so blau, wie man nur sein kann.
Der Mann hat ein Herz wie ein Fels in der Brandung.
Sonst hätte er sich nicht so weit von mir entfernt. Verdammt noch mal!
Ich liebe den Mann wie ein Schuljunge seinen Kuchen,
wie ein Kentucky Col’nel seine Minze und seinen Roggen.
Ich liebe mein Baby bis zu meinem Todestag.

Extra Refrains:

Ein schwarzhaariges Mädel  lässt einen Güterzug aus dem Gleis, sagte, ein schwarzhaariges Mädel lässt einen Güterzug aus dem Gleis springen,
Aber ein langes, großes Mädel lässt einen Prediger den Buben bumsen.

Eine blonde Frau bringt einen guten Mann dazu, die Stadt zu verlassen sagte ich,
Eine blonde Frau bringt einen guten Mann dazu, die Stadt zu verlassen,
Aber eine rothaarige Frau bringt einen Jungen dazu, seinen Papa zu ohrfeigen.
Oh, Asche zu Asche und Staub zu Staub, ich sagte, Asche zu Asche und Staub zu Staub,
Wenn mein Blues dich nicht kriegt, muss mein Jazzen („aufpeppen“) es schaffen.

Noch eine Version von und mit Louis Armstrong mit der Sängerin Velma Middleton, außerdem:  Trummy Young (tb), Barney Bigard (cl), Billy Kyle (p), Arvell Shaw (sb), Barrett Deems (dm) aus dem Jahr 1954)

Der Titel des Liedes wurde auch der Namensgeber des US-amerikanischen Profi-Eishockey-Teams The St. Louis Blues aus St. Louis, Missouri.

In den vielfachen Coverversionen (ca. 130 !!) wurden der Melodie ganz unterschiedliche Rhythmen und Ausdrucksformen unterlegt. Beispiele mögen sein:

Benny Goodman & His Orchestra (1938, Carnegie Hall)
Dave Brubeck – piano Paul Desmond – alto saxophone Eugene Wright – bass Joe Morello – drums (1964)

Und aus neuester Zeit:

Hugh Lauire  (2013)

Selbst als Musikfilm kam der Titel, die Melodie und der Text früh zu Ehren mit Bessie Smith als Darstellerin und Sängerin und  dem Fletcher Henderson Orchester, 1929). Hier der gesamte 15minütige Film (Song ab 6:20):

Und damit: Es war Bessie Smith´Lied und sogar der kurze Film hörenswert!


Jochen Axer, Unterstützer des King Georg und über die Cologne Jazz Supporters Förderer vieler weiterer Jazz-Projekte, stellt hier jeden Sonntag einen seiner Favoriten vor.

2020, Edition Records

Das Pablo Held Trio mit Bassist Robert Landfermann und Schlagzeuger Jonas Burgwinkel hat in den 14 Jahren seines Bestehens zu einer Form der Gruppenimprovisation gefunden, die von einem Grad an Vertrautheit und Risikofreude geprägt ist, die ihresgleichen suchen. Die Hinzunahme eines weiteren Musikers stellt ein etwas andersartiges Risiko dar. Sie gelingt mit dem brasilianischen Gitarristen Nelson Veras vorzüglich. Veras beeinflusst die Musik nicht in Richtung brasilianischer Rhythmen, sondern sorgt – auch typisch brasilianisch – für eine stärkere Fokussierung auf Melodien. Das hat meist eine kammermusikalische Anmutung wie in »Forest Spirits« oder in »Seizing«. Sehr schön gerät Mompous »Musica Callada #24« mit Helds melodischer Improvisation über Landfermanns unterstützenden tiefen Tönen und Burgwinkels nervöser Beckenarbeit, bevor Veras zu seiner einfallsreichen melodischen Improvisation ansetzt.  Besonders spannend ist es, wenn – wie in »Unlocking Mechanism« – das Trio wild um Veras‘ melodisches Spiel drum herum improvisiert. Dieses Album eröffnet neue überraschende Perspektiven für und auf Pablo Helds Band.

Text: Hans-Bernd Kittlaus

Michael Spiteller

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Zwölfte Folge: Jochen Axer im Gespräch mit dem Umweltchemiker Michael Spiteller.

Cannonball Adderley Quintet: Cannonball Adderley (alto saxophone); Nat Adderley (cornet); Joe Zawinul (acoustic & electric pianos); Victor Gaskin (bass); Roy McCurdy (drums) 1966

Eine Melodie, die heute viele gar nicht originär dem Jazz zuordnen mögen. Aber Joe Zawinul hat sie 1966 für die Sängerin Esther Marrow geschrieben, durch das Album  »Mercy, Mercy, Mercy! Live at ‚The Club« des Cannonball Adderley Quintet mit Joe Zawinul am Wurlitzer-Piano wurde sie sehr bekannt.

Das gesamte Album ist sehr hörenswert.

1968 mit einem Grammy ausgezeichnet und mit einem Text von Marlena Shaw unterlegt, wurde das Stück immer wieder auch in neuerer Zeit neu interpretiert. Hier ganz unterschiedliche Beispiele von Maceo Parker und Nils Landgren:

Mit Text eine mitreißende, klassisch arrangierte  Version von Queen Latifah:

(Lyrics Marlena Shaw)

It seems life has played a game on me
I’m lost in a sea of misery
My love has turned her back on me
Heartaches, why won’t you let me be?

I said now, baby, have some mercy please
Don’t leave me, baby, on bended knee
Oh please, mercy, mercy, mercy please
Have mercy on me
Mercy, mercy, mercy please

How can I face life without you
What would I do if we were through?

Don’t you know, love
I wait for you every single night
Hoping you’ll return and make things right
You don’t show and I’m sitting here all alone
To pray you’re gonna call me on the phone


Baby, have some mercy please
Don’t leave me, baby, on bended knee
Oh please, mercy, mercy, mercy please
Have mercy on me
Mercy, mercy, mercy please

You know I love you and I’m begging
For one more chance, one chance, once more

I know life’s got many a twist
Loving you, baby, is a thing I can’t resist
Your love and understanding you’ve been giving me
Without it, I just can’t go on living

Baby, have some mercy please
Don’t leave me, baby, on bended knee
Oh please, mercy, mercy, mercy please
Have mercy on me
Mercy, mercy, mercy please
Have mercy on me.

Und noch eine Instrumentalversion von Buddy Rich:


Jochen Axer, Unterstützer des King Georg und über die Cologne Jazz Supporters Förderer vieler weiterer Jazz-Projekte, stellt hier jeden Sonntag einen seiner Favoriten vor.

2019, Eigenverlag

Der junge Kölner Trompeter Thimo Niesterok liebt und zelebriert den Jazz der Swing-Periode, etwa mit seiner Formation Cologne Clambake. Dieses Album entstand in Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Posaunisten Dan Barrett, der in der deutschen Traditional Jazz-Szene kein Unbekannter ist. Kompetent unterstützt von Pianist Harry Kanters und Bassist Stefan Rey versetzen Niesterok und Barrett den Zuhörer sehr stilsicher in die 1930er Jahre zurück mit elf Songs aus der damaligen Zeit, die meisten davon Standards, und zwei Eigenkompositionen Niesteroks. Das ist keineswegs ein Rekreieren alter Aufnahmen, sondern eine durchaus frische Neuinterpretation im alten Stil. Besonders gelungen ist Niesteroks Titelstück, in dem Barrett und Niesterok in einen Dialog über Reys solidem Bass eintreten. Die beiden harmonieren vorzüglich in »I’ll Be Seeing You«, etwas schneller als üblich vorgetragen, und unisono in »Lulu’s Back In Town«. Der Bereich des Traditional Jazz ist heute von Amateur-Bands dominiert. Hier nehmen sich Profis mit sehr kultiviertem Sound der Musik an und bereiten ein besonderes Hörvergnügen.

Text: Hans-Bernd Kittlaus

Zen Zinatra, Lei Macolata, Daisy Heroine und Maximilian Meisenmann in einer ganz besonderen Live-Show…

Begleitet von der skurrilen Moderatorin Zen Zinatra laden she-dog die »lonely hearts vor dem Screen« zu einem speziellen Konzert ein: Zum Valentinstag spielt die Kölner Band – in der Besetzung Lei Macolata (Gesang/Bass), Daisy Heroine (Gitarre/Gesang), Maximilian Meisenmann (Schlagzeug)eine von Herzblatt inspirierte Love-Show in der Klubbar King Georg.

Wer noch mehr von she-dog sehen möchte: Nach dem Debüt »Baptized In A Swimming Pool« haben sie gerade ihre zweite Single »Deep In A Mine« samt Video veröffentlicht: