Carla Kaspari lebt als freie Autorin und Broadcasterin in Köln. Sie veröffentlicht ihre Texte in unterschiedlichen Zeitungen und Magazine. Ihre Kolumne „nelke-schneewittchen & alfalfa“ erscheint seit 2019 regelmäßig im metamorphosen magazin (Verbrecher Verlag). Von März bis Juni 2020 war sie Stipendiatin des Projekts »stadt. land. text NRW«. Dafür kehrte sie der Stadt den Rücken und residierte vier Monate lang am Niederrhein. Die Ausgangsfrage: Wie lebt es sich außerhalb der Stadt, im Umland? Mit pointierter Beobachtungsgabe hält sie ihre Erfahrungen aus der Provinz, ihren Unterschied zur Stadt und das Landleben während eines Pandemieausbruchs in tagebuchartigen Blogeinträgen fest, von denen sie uns heute Abend eine Auswahl vorstellt.

Moderation: Wolfgang Frömberg

Die Reihe Literatur zur Zeit wird unterstützt vom Kulturamt der Stadt Köln und der Bunt Buchhandlung. Der Abend wird gefördert von stadt.land.text. NRW

Ted Gaier schreibt als teilnehmender Beobachter über Proteste in Athen und Prag, über den Widerstand gegen einen Großinvestor, über strukturellen Rassismus im Theater sowie über Marketing im Musikbusiness. Er untersucht linke Geschichtsschreibung und frühere Avantgarden. Er erklärt gesellschaftliche Entwicklungen mit popkulturellen Phänomenen. Zugleich hinterfragt Gaier seine Arbeit mit den Goldenen Zitronen oder dem Schwabinggrad Ballett. Seine Offenheit und Klarheit, die Ironie, aber auch die Selbstzweifel des Künstlers und Aktivisten prägen diesen Band aus Artikeln die in den letzten 20 Jahren für Zeitungen wie WOZ, taz, Spex, Die Zeit etc. entstanden sind. Im letzten Teil des Buches gibt es außerdem eine Auswahl seiner Songtexte. 

Ted Gaier stellt »Argumentepanzer« im Dialog mit der Spex-Gründerin, Journalistin und Übersetzerin Clara Drechsler vor.

 

Eine Veranstaltung aus der Reihe Literatur zur Zeit mit Unterstützung des Kölner Kulturamts und in Kooperation mit Bunt Buchhandlung Ehrenfeld & Modernes Antiquariat

 

Aus »These Girls – Ein Streifzug durch die feministische Popgeschichte« (Hg. Juliane Streich) lesen Birte Fritsch, Britta Tekotte, Christina Mohr, Linus Volkmann … und ein geheimer Spezialgast. Dazu Live-Musik und Action am DJ-Pult

 

Mit »Talking Kaput«, dem Folgeformat zur Historie »Köln ist kaput«, versucht das Kaput Team den Dialog zwischen Musiker*innen, Autor*nnen, Künstler_innen und Publikum zu intensivieren – hierzu werden Kölner Kulturschaffende und (Inter)nationale Gäste zusammengebracht. Watch out: www.kaput-mag.com

 

Eine Kooperation mit Literatur zur Zeit

 

Vorgestellt von Robert Zwarg und Christian Werthschulte

Die meisten Schriften des 2017 verstorbenen Mark Fishers wurden nicht in Büchern, Zeitungen oder akademischen Journalen publiziert, sondern auf seinem Blog »k-punk«. Hier entwarf und perfektionierte Fisher seine originäre, an der Gegenwart und ihren kulturellen Artefakten orientierten, radikalen und kompromisslosen Theorie. Sowohl ein Roman J.G. Ballards oder Margaret Atwoods, Hollywood-Produktionen wie »Batman Begins« und »Avatar«, als auch ein Album von James Blake oder The Cure konnten Fisher gleichermaßen ein Anlass sein, darüber nachzudenken, ob nicht alles ganz anders sein könnte – oder warum es in Zeiten des kapitalistischen Realismus so schwer ist, sich dieses Andere vorstellen. Der Band versammelt eine Auswahl der sich auf Literatur, Musik, Film, Fernsehen und Politik aufspannenden Beiträge, die zwischen 2004 und 2016 mehrheitlich auf »k-punk« erschienen sind.

Mark Fisher lebte in Suffolk und lehrte am Goldsmiths, University of London, sowie an der University of East London. Er schrieb u.a. für The Wire, The Guardian, Film Quaterley und frieze. Buchveröffentlichung u.a.: »Kapitalistischer Realismus ohne Alternative?«, Hamburg 2013.

Gisela zieht nach Chemnitz, weil sie nicht weiß, wo sie sonst hin soll. Dort lernt sie verschiedene Menschen, insbesondere tolle Frauen, kennen, die sich voneinander endlich verstanden fühlen. Gemeinsam gehen sie auf linke Demonstrationen, hängen viel rum und machen schließlich Musik. Mit ihrer Band „Superbusen“ haben sie große Pläne, die sich aus unterschiedlichen Gründen
nicht so ganz erfüllen, dafür findet fast jede von ihnen etwas für sich selbst.

Mit Witz und Präzision erzählt Paula Irmschler in ihrem Romandebüt davon, was es bedeutet, sich von der eigenen Geschichte abzunabeln. Von der Verwundbarkeit des eigenen Körpers, von der Liebe, von Zuhause, von Lebensplänen, die häufig nur aus Warten bestehen, von der Kraft von Freundschaften. Und vor allem erzählt sie eine andere Geschichte von Chemnitz, eine Stadt, die wir so ganz anders kennen. In diesem Buch ist Chemnitz ein Sehnsuchtsort. Mutig, einzigartig, fantastisch.

»Superbusen ist der Poproman, den man nicht mehr für möglich gehalten hatte. Referenzreich, entertaining und wahrhaftig.«
Linus Volkmann

»Paula Irmschler lesen ist wie Saufen mit der besten Freundin, aber ohne Kater. Magisch.«
Margarete Stokowski

In einem Kreuzberger Hostel beginnt Sheriff seine Nachtschicht und fühlt sich mal wieder wie ein schlecht bezahlter Sozialarbeiter. Im Späti nebenan erlebt Anna den zweiten Überfall in diesem Jahr. An der Tür vom Lobotomy steht Ten und realisiert, dass ihm seine junge Familie durch seine Arbeitszeiten komplett zu entgleiten droht. Außerdem: Eine idealistische Notfallsanitäterin, eine zornige Pfandsammlerin und ein Drogendealer mit Zahnschmerzen, der sich fragt, ob er Freunde hat oder nur noch Stammkunden.

Thorsten Nagelschmidt hat mit »Arbeit« einen großen Gesellschaftsroman über all jene geschrieben, die nachts wach sind und ihren Job erledigen, während Studenten, Touristen und Raver feiern. Temporeich erzählt er von zwölf Stunden am Rande des Berliner Ausgehbetriebs und stellt Fragen, die man beim dritten Bier gerne vergisst: Auf wessen Kosten verändert sich eine Stadt, die immer jung sein soll? Für wen bedeutet das noch Freiheit, und wer macht hier später eigentlich den ganzen Dreck weg?

Thorsten Nagelschmidt, geboren 1976 im Münsterland, ist Autor, Musiker und Künstler. Er ist Sänger, Texter und Gitarrist der Band Muff Potter und veröffentlichte die Bücher »Wo die wilden Maden graben« (2007), »Was kostet die Welt« (2010) und »Drive-By Shots« (2015). Zuletzt ist von ihm der Roman »Der Abfall der Herzen« (2018) erschienen. Thorsten Nagelschmidt lebt in Berlin und veranstaltet dort die Lesereihe »Nagel mit Köpfen«.