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Mikhail Churilov (Gitarre), Jerry Lu (Klavier), Caris Hermes (Kontrabass), Niklas Walter (Drums)

Mikhail Churilov wuchs in Nowosibirsk auf und lebt seit einigen Jahren in Deutschland. Er beendet gerade sein Studium an der Folkwang Universität der Künste in Essen und arbeitet daran, mehrere seiner Projekte der Öffentlichkeit vorzustellen. Eines dieser Projekte ist der Re-launch eines ursprünglich 2016 gegründeten Jazz-Quartetts. Die Band wird einen gut aufbereiteten Mix aus Jazz-Standards aus dem Great American Songbook, Modal-Stücken aus den 60er Jahren und eigenen Kompositionen vorstellen.



Eine Veranstaltung von Literatur zur Zeit (Lesung und Talk auf Englisch)

Moderation: Wolfgang Frömberg

To be working-class in a middle-class world is to be a ghost. Excluded, marginalised, and subjected to violence, the working class is also deemed by those in power to not exist. We are left with a choice between assimilation into middle-class values and culture, leaving our working-class origins behind, or total annihilation.

In The Melancholia of Class, Cynthia Cruz analyses how this choice between assimilation or annihilation has played out in the lives of working-class musicians, artists, writers, and filmmakers — including Amy Winehouse, Ian Curtis, Jason Molina, Barbara Loden, and many more — and the resultant Freudian melancholia that ensues when the working-class subject leaves their origins to “become someone,” only to find that they lose themselves in the process.

Part memoir, part cultural theory, and part polemic, The Melancholia of Class shows us how we can resist assimilation, uplifting and carrying our working-class origins and communities with us, as we break the barriers of the middle-class world. There are so many of us, all of us waiting. If we came together, who knows what we could do.

In einer Welt der Middle Class zur Arbeiterklasse zu gehören, bedeutet ein Gespenst zu sein. Ausgegrenzt, marginalisiert und der Gewalt ausgesetzt, wird die Arbeiterklasse auch von den Machthabern als nicht existent betrachtet.
In The Melancholia of Class analysiert Cynthia Cruz das Leben von Musikern, Künstlern, Schriftstellern und Filmemacher:innen aus der Arbeiterklasse im Zwiespalt – darunter Amy Winehouse, Ian Curtis, Jason Molina, Barbara Loden und viele andere – und welche Freudsche Melancholie sich daraus ergibt, wenn das Subjekt aus der Arbeiterklasse seine Herkunft hinter sich lässt, um »jemand zu werden«, nur um festzustellen, dass es sich dabei selbst verliert.

Mit »The Melancholia of Class« – Teils Memoiren, teils Kulturtheorie und teils Polemik – zeigt Cyntha Cruz Wege, sich der Assimilierung zu widersetzen , indem man die Herkunft aus der Arbeiterklasse nicht verleugnet und die Barrieren der Welt der Mittelklasse durchbricht. »Wir sind so viele, wir warten alle. Wenn wir uns zusammentun, wer weiß, was wir erreichen können.«

Die King Georg Big Band

Jörg Achim Keller (Schlagzeug & Arrangements),  Heinz Dieter Sauerborn (Alto Sax 1), Paul Heller (Tenor Sax 2), Stefan Weber (Tenor Sax 3),  Wim Both (Trompete 1),  Ruud Breuls (Trompete 2), Günter Bollmann (Posaune 1), Uli Plettendorff (Posaune 2),  Jürgen Neudert (Tenorhorn), Richard Hellenthal (Tuba),  Henning Gailing (Bass), Billy Test (Piano)

»DREAMBAND!« – mit diesem Wort beschrieb er vor 2 Jahren die handverlesene Besetzung seiner KING GEORG 12 vor der Premiere – bevor dann die Pandemie diesem spannenden Projekt nach nur einem Auftritt ein jähes Ende bereitete. Nun wird die Konzertreihe  endlich wieder aufgenommen. Der Arrangeur und langjährige Chefdirigent der Big Bands des hr und NDR wird für die monatlichen Konzerte der Band regelmäßig neue Musik schreiben, die immer am dritten Mittwoch eines Monats von diesem All-Star-Ensemble des deutschen Big Band Jazz uraufgeführt wird. Originalkompositionen und Bearbeitungen von Standards, die Platz für die hervorragenden Solisten des Ensembles lassen, in denen sich die swingende Rhythmusgruppe frei entfalten kann und in deren Ensemblesound sich die Energie einer Big Band mit der Flexibilität einer Combo, die Schärfe der heißesten Bands mit der samtigen Geschmeidigkeit der coolsten verbindet. „A new sound is born!

Jesse Davis (Saxofon), Oliver Kent (Piano), Martin Zenker (Bass) Kim Minchan (Schlagzeug)

The Jesse Davis Quartet war in den letzten Jahren auf Tourneen und Engagements in ganz Europa (einschließlich einer Woche in der Schweiz letztes Jahr) und bei einem längeren Aufenthalt in Südkorea mit Workshops und Konzerten. Kürzlich nahmen die Musiker im koreanischen Fernsehen ein Album »Live at EBS« auf, das noch in diesem Jahr veröffentlicht werden soll. Das Quartett ist Vorreiter des Mainstream- und Post-Bop-Jazz – mit einer treibenden, swingenden Energie, wie man sie selten auf der Welt findet.

 

Eine Veranstaltung aus der Reihe Literatur zur Zeit

Moderation: Simone Schlosser

Ein Millenial soll Mutter werden und will alles, nur nicht die eigene deutsche Familie reproduzieren. Ein gesellschafts- und sprachkritischer Roman erzählt drei Trimester – und die Zeit danach.

»Alle Befürchtungen waren wahr, und alles war gerecht gewesen.«

Ein Test im Büro bringt die Gewissheit: Teresa Borsig ist schwanger. Von der Idee einer Familie fühlt sie sich gleichzeitig angezogen und abgestoßen. Da sind die Erinnerungen an ihre Kindheit, an Distanz, Disziplin und Schläge. In der Abtreibungsklinik von den Schwestern zum Schlucken der Tablette gedrängt, geht Teresa in den Widerstand: Sie will doch Mutter werden. Nein, Mama will sie werden. Kann man geben, was einem selber fehlt?

Das Gesundheitssystem nimmt die Schwangere auf wie einst die Eltern. Effizient. Kalt. Man will doch nur ihr Bestes. Und ihr Baby in einem Wärmebett isolieren. Wie hoch ist die Überlebenswahrscheinlichkeit ihres Säuglings? Ärzte und Schwestern sprechen über ihren Kopf hinweg. Teresa schreit. Sie solle sich mal nicht so wichtig nehmen, sagt das Krankenhaus.

»MTTR« erzählt von den Auswirkungen deutscher Nachkriegserziehung, erzählt die Unfähigkeit der Babyboomer, Gefühle zu zeigen, und wenn dann nur durch Ersatzhandlungen: Kauf, Korrektur und Sorge. Jeder Dialog ist eine Boshaftigkeit. Fast bemerkt man sie nicht, denn aktengraue Gefühlstemperatur und grobe Unbeholfenheit sind Alltag in Deutschland. Werden Millennials, wie Teresa, sie reproduzieren?

 

MTTR: Mean Time To Recover bzw. auch Mean Time To Repair (abgekürzt jeweils MTTR) wird als die mittlere Reparaturzeit nach einem Ausfall eines Systems definiert. Diese gibt an, wie lange die Wiederherstellung des Systems im Mittel dauert. Sie ist somit ein wichtiger Parameter für die Systemverfügbarkeit. (Quelle: Wikipedia)



Judy Carmichael (Piano, Gesang), Sam Dunn (Gitarre)

Die für einen Grammy nominierte Pianistin und Sängerin Judy Carmichael ist eine der weltweit führenden Interpret:innen des Stride- und Swing-Pianos. Count Basie gab ihr den Spitznamen »Stride« und würdigte damit die Souveränität, mit der sie diesen technisch und physisch anspruchsvollen Jazz-Pianostil spielt. Judys Gesangsdebüt auf ihrer CD »Come and Get It« zeigt, dass sie alles singt, von Peggy Lee-inspirierten Standards bis hin zu humorvollen Interpretationen von Fats Waller-Titeln. Es folgte ihre erste reine Gesangs-CD »I Love Being Here With You«, die auch ihre erste mit einem anderen Pianisten ist, in diesem Fall dem großartigen Mike Renzi (der Musikdirektor von Mel, Tormé. Tony Bennett, Peggy Lee und Sesamstraße) mit Harry Allen am Saxophon und Jay Leonhart am Bass.

 

 

Jerry Lu (Piano), Caris Hermes (Bass), Niklas Walter (Schlagzeug), Andy Haderer (Trompete) & Gäste

Monatliche Jam-Session unter der Leitung von WDR-Big-Band-Trompeter Andy Haderer.



Chet Baker Birthday Party

Julian und Roman Wasserfuhr ist das „growing up in public“ – so ein berühmter Albumtitel von Lou Reed – zur zweiten Natur geworden. Ihr Album-Debüt „Remember Chet“ (2006) haben die Brüder bereits mit 17 bzw. 20 Jahren eingespielt – eine Huldigung an Julians frühes Vorbild, den Trompeter Chet Baker – und waren damit auf begeisterte Resonanz gestoßen. Die Zeit fand die Musik der Brüder „verblüffend ungewöhnlich“, die Süddeutsche Zeitung bescheinigte Julian Wasserfuhr einen „magischen Ton“, vor allem aber schloss das breite Publikum das Brüderpaar aus dem verträumten Örtchen Hückeswagen in seine Arme.

Nach sieben erfolgreichen Alben zählen sie heute mit zu den renommiertesten Jazz-Musikern in Deutschland und haben neben einigen Auszeichnungen und Preise u.a. auch den German Jazz Award in Gold vom Bundesverband der Musikindustrie erhalten.  An diesem Abend werden die Brüder Wasserfuhr geneinsam mit Oliver Rehmann und Markus Schieferdecker, sowie einigen Überraschungsgästen den Geburtstag der Trompetenlegende Chet Baker im King Georg musikalisch zelebrieren.

Nicht  nur in musikalischer Hinsicht ist bei den Wasserfuhrs alles selbstgemacht. Neben ihrer Leidenschaft für die Musik, brauen die Jazz-Brüder seit vier Jahren ihr eigenes Bier „Schnaff“. Im Herbst 2017 feierte das Jazz-Bier Premiere. Es schmeckt frisch, hopfenaromatisch, fruchtig-bitter, intensiv und erfreut sich seither einer großen Beliebtheit. Aufgrund der großen anhaltenden Nachfragen wurde nach einer Möglichkeit gesucht den „Schnaffgenuss“ auch regelmässig der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Da bekanntlich Jazz und Bier gut zusammenpassen, entstand die Idee diese Genüsse miteinander zu verbinden. Und somit wird der King Georg Jazzclub an diesem Abend zur ersten exklusiven Schnaffausschankstation geweiht.

»Anke Helfrich ist nicht nur die Beste, sondern mit das Beste, was der deutsche Jazz zu bieten hat«, so beschrieb Reinhard Köchel im »Jazzthing« die mit vielen Preisen ausgezeichnete Pianistin Anke Helfrich. Wenn man dann noch zwei weitere Spitzenmusiker um sich versammelt, kann das Ergebnis nur lässig, gut gelaunt und facettenreich werden.



Moderation Linus Volkmann

Eine Veranstaltung aus der Reihe Literatur zur Zeit

 Jasper Nicolaisen (*1979) ist Autor und systemischer Therapeut. Er mag kulturellen Schund und Schmutz, Boxen und die komplizierten Probleme anderer Leute. Sein erster Roman Ein schönes Kleid erschien 2016 im Querverlag. Weitere Veröffentlichungen: »Erwachsen«, »Totes Zen« und »Tiere, Pflanzen, Sensationen«.Im Dezember kommt im Amrun Verlag der neue Roman »Winteraustreiben« heraus. Mit Mann und Kind lebt er in Berlin.

Im Rahmen von »Tiere, Pflanzen, Sensationen und …« wird Jasper Nicolaisen aus verschiedenen Titeln lesen und mit Linus Volkmann über die Frage sprechen würde, wie seine Texte zwischen Phantastik und dem »Realistischen«  wabern und welche Rolle das in einer größeren Perspektive auf dem Buchmarkt/in der  Popkultur spielt. Let’s talk about Verlage, Publikum, Literaturbetrieb.