»Pannonica« – Monk and the Jazz Baroness

Thelonious Monk (p), Charlie Rouse (ts), Larry Gales (b), Ben Riley (d).

Eine Komposition von einem der ganz großen des modernen Jazz, Thelonious Monk (1917-1982). Und daher geört die Monk-Version auch an die Spitze der Versionen.

Da diese Woche Romy Camerun dem King Georg die Ehre gibt, will ich gerne ihre Vokal-Version, die ich wunderbar gelungen finde, sofort anschließen:

Romy Camerun (voc, p), Marcello Albrecht (b), Oliver Spanhut (dr) 

Softer than silk  

And as warm as warm milk  

Light as air 

and able to fly 

Blossoms know bliss 

While they’re waitin 

for her kiss

 Pannonica my butterfly 

Fluttering one 

Fair and bright as the sun light 

as wind embracing 

the sky Colorful wings  

Soft and gaily painted things 

Pannonica my butterfly 

Like the lovely flowers 

I wait for hours  

Just to feel that touch 

The touch that I love so much 

One day she’ll flutter by 

I’ll hold out my hand 

And capture my butterfly 

Delicate things  

Such as butterfly wings 

Poets can’t describe  

Though they try 

Love played a tune 

When she stepped from her coccoon 

Pannonica my butterfly

Spannend an diesem Song ist nicht zuletzt die Historie: Denn er ist gewidmet der Baroness Kathleen Annie Pannonica de Koenigswarter (geborene Rothschild; 10. Dezember 1913 – 30. November 1988), einer in Großbritannien geborenen Jazz-Mäzenin und Schriftstellerin. 

Nach dem Zweiten Weltkrieg In New York wurde sie zu einer Freundin und Mäzenin führender Jazzmusiker. Sie veranstaltete Jam-Sessions in ihrer Hotelsuite, half ihnen manchmal bei der Bezahlung der Miete, beim Einkauf von Lebensmitteln und bei Krankenhausbesuchen. Wegen ihrer Förderung von Thelonious Monk und Charlie Parker wird sie als »Bebop Baroness« oder »Jazz Baroness« bezeichnet. Sie besuchte regelmäßig viele New Yorker Jazzclubs, darunter das Five Spot Café, das Village Vanguard, das Birdland und das Small’s. 1957 kaufte sie ein neues Klavier für das Five Spot, weil sie der Meinung war, dass das vorhandene nicht gut genug für Monks Auftritte dort war. Sie – als weiße Frau –  schützte den dunkelhäutigen Monk sogar vor strafrechtlicher Verfolgung und riskierte eine eigene langjährige Gefängnisstrafe. 

Nachdem Monk Mitte der 1970er Jahre seine öffentlichen Auftritte beendet hatte, zog er sich in das Haus von de Koenigswarter in Weehawken, New Jersey, zurück, wo er 1982 starb. Sie nutzte ihr Vermögen, um die Beerdigungen und Grabstätten mehrerer befreundeter Jazzmusiker zu bezahlen, darunter Bud Powell, Sonny Clark und Coleman Hawkins. Ihr sind zahlreiche Kompositionen gewidmet: Neben Thelonious Monks »Pannonica« etwa Gigi Gryces »Nica’s Tempo«, Sonny Clarks »Nica«, Horace Silvers »Nica’s Dream«, Kenny Dorhams »To Nica«, Kenny Drews »Blues for Nica«, Freddie Redds »Nica Steps Out«, Barry Harris’s »Inca«, Tommy Flanagan’s »Thelonica«, Frank Turner’s »Nica« und wurden alle nach ihr benannt.. Ein berühmter Jazzclub in Nantes, Frankreich trägt den Namen »Le Pannonica«.

Wer Zeit hat, dem sei der 80-minütige BBC-Beitrag zu der »Jazz Baroness« (und Monk) ans herz gelegt.

Schließlich noch eine Instrumental-Version mit Chick Corea (p), Miroslav vitous (b) und Roy haynes (d)

und eine Vocal-Version mit der großartigen Carmen McRae

Zum Abschluss aber eine Version von Monk (Ehre wem Ehre gebührt): als Auszug aus dem Projekt »brilliant corners« mit Sonny Rollins, Ernie Henry, Clark Terry


Jochen Axer, Unterstützer des King Georg und über die Cologne Jazz Supporters Förderer vieler weiterer Jazz-Projekte, stellt hier jeden Sonntag einen seiner Favoriten vor.