Der Song ist ein Klassiker aus den 60er Jahren, wieder einmal aus einem Musical (»Bye Bye Birdie«), geschrieben von Charles Strouse (Text: Lee Adams) und nicht weniger als bislang 79mal durch Künstler gecovered. Im King Georg freuen wir uns am 29.6. auf Benny Benack III, dessen Version in der Besetzung mit Christian McBride (Bass) Ulysses Owens Jr (Drums) und Takeshi Ohbayashi (Piano) wir deshalb nach vorne stellen. Er ist einer der US-amerikanischen Künstler, die in der Tradition des American Songbook stehen und Gesang und Instrument (hier Trompete) in großartiger Weise verbinden. Als jemand, der einer Musikerfamilie des Jazz über Großvater und Vater entstammt, hat eine Botschaft: Menschen an den Jazz heranführen, Lust auf Mehr machen, Standards und Contemporary Music verknüpfen. 

Seine Gastrolle (ab 8:30 min) im Mai 2021 bei Emmet Cohen, an dessen Konzerte im King Georg wir uns mit großer Freude erinnern, macht sehr deutlich, mit welcher Spielfreude hier eine junge Generation performt.

0:00 Billy Boy (tradtl., A. Jamal; Garland) 

8:28 Introduction of the Band 

10:30 On the Trail (from the Grand Canyon Suite) (Ferde Grofé) 

24:45 On the Street Where You Live (F. Loewe, A.J. Lerner) 

33:41 The Tennessee Waltz (PW King, R. Stewart)

42:21 Toast to Lo (E. Cohen) 

55:12 When a Man Loves A Woman (C. Lewis, A. Wright) 

1:05:42 To Beat or Not to Beat (Horace Silver) 

1:18:08 ‘Round Midnight (Thelonius Monk) 

1:29:33 Put A Mask on Your Face (B. Benack III) 

1:38:50 Bags‘ Groove (Milt Jackson) 

1:51:20 Birthday send-of

Wer mehr über Benny Benack hören will, dem sei das lange Gespräch aus dem Podcast Judy Carmichael´s Jazz Inspired bei Spotify empfohlen (Folge April 2021)


Jochen Axer, Unterstützer des King Georg und über die Cologne Jazz Supporters Förderer vieler weiterer Jazz-Projekte, stellt hier jeden Sonntag einen seiner Favoriten vor.

Das ist sicher eines der bekanntesten Themen der Musik- und Filmgeschichte. Und hier kann ich starten mit einer Kombination der Musik mit Filmschnipseln aus dem 1987– und das Saxofon-Solo spielt niemand anders als Don Menza, der uns am 7. Juni im King Georg die Ehre gibt.

Gleichzeitig gilt die Ehre natürlich wie immer dem Original mit dem Saxofon-Solo von Plas Johnson. Hier das Original als Audio mit einigen weiteren hörenswerten Stücken von Henry Mancini…

00:00 The Pink Panther Theme 
02:39 It Had Better Be Tonight (Instrumental) 
04:26 Royal Blue 
07:39 Champagne And Quail 
10:28 The Village Inn 
13:06 The Tiber Twist 
15:58 It Had Better Be Tonight (Vocal) 
17:58 Cortina 
19:55 The Lonely Princess 
22:25 Something For Sellers

25:14 Piano And Strings 

27:51 Shades Of Sennett

Und als Video eine Aufnahme mit der Terry Gibbs Band mit Henry Mancini am Piano und Plas Jonsohn am Saxofon

Unter all den berühmten Musikstücken Henry Mancinis dürfte »The Pink Panther Theme« vermutlich den Spitzenplatz einnehmen, was Bekanntheit und Wiedererkennungswert betrifft. Das jazzige Titelstück aus Blake Edwards‘ Komödie um den tolpatschigen Inspektor Clouseau und den englischen Meisterdieb Sir Charles Lytton ist ein Klassiker der Filmmusikgeschichte. Es wurde zudem als Eingangsmelodie für die aus dem Vorspann des Films hervorgegangene Zeichentrickserie genutzt, die über Jahre hinweg im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wurde, und machte Generationen von Kindern mit Mancinis Musik bekannt.

Henry Mancini wurde für »The Pink Pantherv Theme« mit drei Grammys ausgezeichnet und für den Oscar nominiert.

Denn zu deren Geburtszeiten erblickte auch dieser Boadway-Song aus dem Musical »Everybody´s Welcome« das Licht der Welt: 1931 von Herman Hupfeld, bekannt geworden 1942 durch den Film-klassiker »Casablanca«. Man mag gar nicht die beste Version auswähle, so oft ist der Song gespielt worden. Neben Frank Sinatra:


Jochen Axer, Unterstützer des King Georg und über die Cologne Jazz Supporters Förderer vieler weiterer Jazz-Projekte, stellt hier jeden Sonntag einen seiner Favoriten vor.

Der Titel der 2020 erschienen CD unseres Gastes der kommenden Woche Joe Haider mit seinem Sextett, insbesondere dem Trompeter Heinz von Hermann, erinnerte mich an diese Melodie. Wer könnte besser mit diesem Titel gedanklich spielen als die beiden 86jährigen Meister des Jazz ?! (siehe hierzu unseren Beitrag von Lars Fleischmann »Im besten Alter«)

Denn zu deren Geburtszeiten erblickte auch dieser Boadway-Song aus dem Musical »Everybody´s Welcome« das Licht der Welt: 1931 von Herman Hupfeld, bekannt geworden 1942 durch den Film-klassiker »Casablanca«. Man mag gar nicht die beste Version auswähle, so oft ist der Song gespielt worden. Neben Frank Sinatra:

Natürlich Ella Fitzgerald (1970):

oder Billie Holiday

oder auch Brian Ferry (1999):

Aber nichts führt an »Casablanca« vorbei: Das ist eine Jahrhundertszene… damals wie heute…

Und dazu gehört dann auch der Text, dessen Refrain viele auswendig kennen werden:

You must remember this
A kiss is just a kiss
A sigh is just a sigh
The fundamental things apply
As time goes by

And when two lovers woo
They still say „I love you“
On that you can rely
No matter what the future brings
As time goes by

Moonlight and love songs
Never out of date
Hearts full of passion
Jealousy and hate
Woman needs man, and man must have his mate
That no one can deny

It’s still the same old story
A fight for love and glory
A case of do or die
The world will always welcome lovers
As time goes by

Moonlight and love songs
Never out of date
Hearts full of passion
Jealousy and hate
Woman needs man, and man must have his mate
That no one can deny

It’s still the same old story
A fight for love and glory
A case of do or die
The world will always welcome lovers
As time goes by

Zurück zu Joe Haider und seiner Band: Hier eine Aufnahme aus 2020 (Genf) mit den Songs 

Magic Box (Bert Joris) 
Only For You (Joe Haider) 
As Time Goes By (Hermann Hupfeld) (ab 6:00)
Hot Summer In Vienna (Johannes Herrlich) 

in der Besetzung 
Joe Haider, piano 
Bert Joris, trumpet & flugelhorn 
Heinz von Hermann, tenor saxophone & flute 
Johannes Herrlich, trombone 
Raffaele Bossard, upright bass 
Dominic Egli, drums & cymbals 
(übrigens mit einer Ausnahme „unsere Besetzung kommende Woche!)

Und gerne noch ein Beispiel der aktuellen Kunst von Joe Haider and friends:


Jochen Axer, Unterstützer des King Georg und über die Cologne Jazz Supporters Förderer vieler weiterer Jazz-Projekte, stellt hier jeden Sonntag einen seiner Favoriten vor.

1963
0:00 Solo Dancer 
6:40 Duet Solo Dancers 
13:23 Group Dancers 
20:45 Trio and Group Dancers/ Single Solos and Group Dance/ Group and Solo Dance 
Besetzung:
Charles Mingus — bass, piano, composer
Jerome Richardson — soprano and baritone saxophone, flute
Charlie Mariano — alto saxophone
Dick Hafer — tenor saxophone, flute
Rolf Ericson — trumpet
Richard Williams — trumpet  
Quentin Jackson — trombone
Don Butterfield — tuba, contrabass trombone
Jaki Byard — piano
Jay Berliner — acoustic guitar
Dannie Richmond – drums

Dieses Werk, ursprünglich als Ballettmusik (siehe die Untertitel) geplant, wird von vielen als Meisterwerk des großartigen Bassisten und Komponisten Charles Mingus eingestuft und wurde dementsprechend mehrfach ausgezeichnet. Für mich ist es jedenfalls die Komposition, die sein Bemühen, seine Leidenschaft, aber auch die Zerrissenheit des nicht einfachen Menschen Charles Mingus am ehesten zum Ausdruck bringt, ein »Meilenstein des Modernen Jazz«. Mingus selbst hat dazu gemeint:  »Werft alle meine Platten mit einer Ausnahme weg.« Die Aufnahme sei eine Art »Grabrede zu Lebzeiten« auf ihn selbst, »von der Zeit meiner Geburt bis zu den Tagen, als ich das erste Mal Bird und Dizzy hörte«. Der Hintergrund des Titels bleibt ungeklärt: Ein Heiliger, der für seine Sünden und die der Menschheit büßt?  Oder doch eine Anspielung auf die Situation in seinem Elternhaus? Charles Mingus hat die Antwort mit ins Grab genommen….. Seine Musik wird unvergessen bleiben…. Und Charlie Mariano mit seinem unverwechselbaren Stil auf dem Altsaxophon (ab 17:52) ebenso …


Jochen Axer, Unterstützer des King Georg und über die Cologne Jazz Supporters Förderer vieler weiterer Jazz-Projekte, stellt hier jeden Sonntag einen seiner Favoriten vor.

Jimmy Smith gilt als der bedeutendste Erneuerer des Orgelspiels im Modern Jazz. Er revolutionierte den Einsatz der B-3-Hammondorgel und machte den Hammond-Sound weltweit populär. Mit seiner von Blues und Gospel stark geprägten funky Spielweise gilt er als ein wichtiger Vertreter des Hard Bop und Soul Jazz. Er nahm in seiner mehr als 50 Jahre langen Karriere mehr als 150 Platten auf. Wenn auch weniger bekannt, ist mein Favorit »Hobo Flats« aus 1963. 

Viel bekannter aber wurde beispielsweise »Walk on the Wild Side«, hier in einer Aufnahme aus dem Jahr 1993 aus der Carnegie Hall mit deren Big Band. 

Der guten Ordner halber hier die Originalaufnahme aus dem Jahr 1962 als erste Einspielung bei Verve. 

Wer Spaß an dieser Musik hat, dem sei dann auch die House Party aus 1957/1958 ans Herz gelegt mit einer fantastischen Besetzung

0:00 Au Privave (A1) 
15:10 Lover Man (A2) 
22:11 Just Friends (B1) 
37:25 Blues After All (B2)

Alto Saxophone – George Coleman (tracks: B1, B2), Lou Donaldson (tracks: A1, A2) 
Drums – Art Blakey (tracks: A1), Donald Bailey (tracks: A2 to B2) 
Guitar – Eddie McFadden (tracks: A2, B1), Kenny Burrell (tracks: A1, B2) 
Organ – Jimmy Smith 
Tenor Saxophone – Tina Brooks (tracks: A1) 
Trombone – Curtis Fuller (tracks: B1, B2) 
Trumpet – Lee Morgan (tracks: A1, B1, B2)

Und wer sich noch mehr mit James O. („Jimmy“) Smith auseinandersetzen will, dem sei die knapp einstündige Dokumentation des NDR aus dem Jahr 1965 über das Jimmy Smith Trio mit keinen geringeren als Billy Hart am Schlagzeug und Quentin Warren an der Gitarre. Mit Einblicken in die 60er Jahre sowohl des Rassismus als auch des Geldverdienens……Und mit welchem Stück endet dieser Film?….»Walk on the Wild Side«.


Jochen Axer, Unterstützer des King Georg und über die Cologne Jazz Supporters Förderer vieler weiterer Jazz-Projekte, stellt hier jeden Sonntag einen seiner Favoriten vor.

Ray Brown (b),  Herb Ellis (g), Don Abney (p), Jo Jones (dr).

Ein absoluter Jazzstandard aus den 1930er Jahren und Teil des American Songbook, geschrieben von Cole Porter, von einer Vielzahl von Musikern in ihr Repertoire übernommen. Die Version der großartigen Ella Fitzgerald sticht dabei – aus meiner Sicht – nochmals heraus, denn diese Interpretin war und ist überragend, insbesondere in Kombination mit Ray Brown (b),  Herb Ellis (g), Don Abney (p) und Jo Jones (dr).

Ein fantastisches Konzert mit Ella und Oscar Peterson sei deshalb für diejenigen, die Zeit auf ein ganzes Konzert haben, gerne angeschlossen (Just one of these things ab 45:47).  Dieses Konzert hat auch noch andere Highlights zu bieten: Es startet mit dem Oscar Peterson Trio (Herb Ellis (g), Ray Brown (b)), später ergänzt durch Roy Eldridge (tr) und Joe Jones (dr) – letzterer mit fantastischem Solo ab 22:10 – also eine Traum-Besetzung; im zweiten Teil dann Stuff Smith (vio), Don Abey (p) und eben Ella, die mit »Just of those things« (45:47) startet!

Lyrics

As Dorothy Parker once said
To her boyfriend, „fare thee well“
As Columbus announced
When he knew he was bounced,
„It was swell, Isabel, swell“

As Abelard said to Eloise,
„Don’t forget to drop a line to me, please“
As Juliet cried, in her Romeo’s ear,
„Romeo, why not face the fact, my dear“

It was just one of those things
Just one of those crazy flings
One of those bells that now and then rings
Just one of those things

It was just one of those nights
Just one of those fabulous flights
A trip to the moon on gossamer wings
Just one of those things

If we’d thought a bit before the end of it
When we started painting the town
We’d have been aware that our love affair
Was too hot not to cool down

So good-bye, dear, and amen
Here’s hoping we meet now and then
It was great fun
But it was just one of those things

(nicht autorisierte Übersetzung)

Wie Dorothy Parker einst sagte

Zu ihrem Freund: „Mach’s gut“

Wie Kolumbus verkündete

Als er wusste, dass er geprellt wurde,

„Es war klasse, Isabel, klasse“

Wie Abelard zu Eloïse sagte,

„Vergiss nicht, mir ein paar Zeilen zu schreiben.“

Wie Julia ihrem Romeo ins Ohr rief,

„Romeo, sieh es doch ein, mein Lieber“

Es war nur eine von diesen Sachen

Nur eine dieser verrückten Affären

Eine dieser Glocken, die ab und zu läuten

Nur eine von diesen Sachen

Es war nur eine dieser Nächte

Nur einer dieser fabelhaften Flüge

Eine Reise zum Mond auf hauchzarten Schwingen

Nur eine dieser Sachen

Hätten wir vor dem Ende ein wenig nachgedacht

Als wir anfingen, die Stadt zu streichen

Hätten wir gewusst, dass unsere Liebesaffäre

Zu heiß war, um nicht abzukühlen

Also auf Wiedersehen, Liebes, und Amen

Hoffen wir, dass wir uns ab und zu sehen

Es war ein großer Spaß

Aber es war nur eine dieser Sachen.

Sucht man einen männlichen Interpreten, dann stößt man unweigerlich auf Frank Sinatra, der den Song auf seine unnachahmliche Art darbot:

Und zum Abschluss noch ein Konzertangebot mit der First Lady in Jazz etliche jahre später (1979), aufgenommen beim North Sea Festival – mit Paul Smith (p), Keter Betts (b), Mickey Roker (dr)

00:03:00 »There will never be another you«
00:05:36 »Satin doll«
00:08:48 »Some other spring« 
00:12:40 »Make me rainbows«
00:15:50 »Almost like being in love« 
00:19:04 »After you gone«
00:23:57 »Gingi« 
00:27:22 »Round midnight« 
00:31:27 »Ella hums the blues« 
00:40:12 »You changed« 
00:43:44 »Mr. Paganini«
00:48:32 »Love boat« 
00:52:29 »St. Louis blues«
00:59:10 »I’ve got a crush on you« 
01:04:27 »It’s been a ball«


Jochen Axer, Unterstützer des King Georg und über die Cologne Jazz Supporters Förderer vieler weiterer Jazz-Projekte, stellt hier jeden Sonntag einen seiner Favoriten vor.

Thelonious Monk (p), Charlie Rouse (ts), Larry Gales (b), Ben Riley (d).

Eine Komposition von einem der ganz großen des modernen Jazz, Thelonious Monk (1917-1982). Und daher geört die Monk-Version auch an die Spitze der Versionen.

Da diese Woche Romy Camerun dem King Georg die Ehre gibt, will ich gerne ihre Vokal-Version, die ich wunderbar gelungen finde, sofort anschließen:

Romy Camerun (voc, p), Marcello Albrecht (b), Oliver Spanhut (dr) 

Softer than silk  

And as warm as warm milk  

Light as air 

and able to fly 

Blossoms know bliss 

While they’re waitin 

for her kiss

 Pannonica my butterfly 

Fluttering one 

Fair and bright as the sun light 

as wind embracing 

the sky Colorful wings  

Soft and gaily painted things 

Pannonica my butterfly 

Like the lovely flowers 

I wait for hours  

Just to feel that touch 

The touch that I love so much 

One day she’ll flutter by 

I’ll hold out my hand 

And capture my butterfly 

Delicate things  

Such as butterfly wings 

Poets can’t describe  

Though they try 

Love played a tune 

When she stepped from her coccoon 

Pannonica my butterfly

Spannend an diesem Song ist nicht zuletzt die Historie: Denn er ist gewidmet der Baroness Kathleen Annie Pannonica de Koenigswarter (geborene Rothschild; 10. Dezember 1913 – 30. November 1988), einer in Großbritannien geborenen Jazz-Mäzenin und Schriftstellerin. 

Nach dem Zweiten Weltkrieg In New York wurde sie zu einer Freundin und Mäzenin führender Jazzmusiker. Sie veranstaltete Jam-Sessions in ihrer Hotelsuite, half ihnen manchmal bei der Bezahlung der Miete, beim Einkauf von Lebensmitteln und bei Krankenhausbesuchen. Wegen ihrer Förderung von Thelonious Monk und Charlie Parker wird sie als »Bebop Baroness« oder »Jazz Baroness« bezeichnet. Sie besuchte regelmäßig viele New Yorker Jazzclubs, darunter das Five Spot Café, das Village Vanguard, das Birdland und das Small’s. 1957 kaufte sie ein neues Klavier für das Five Spot, weil sie der Meinung war, dass das vorhandene nicht gut genug für Monks Auftritte dort war. Sie – als weiße Frau –  schützte den dunkelhäutigen Monk sogar vor strafrechtlicher Verfolgung und riskierte eine eigene langjährige Gefängnisstrafe. 

Nachdem Monk Mitte der 1970er Jahre seine öffentlichen Auftritte beendet hatte, zog er sich in das Haus von de Koenigswarter in Weehawken, New Jersey, zurück, wo er 1982 starb. Sie nutzte ihr Vermögen, um die Beerdigungen und Grabstätten mehrerer befreundeter Jazzmusiker zu bezahlen, darunter Bud Powell, Sonny Clark und Coleman Hawkins. Ihr sind zahlreiche Kompositionen gewidmet: Neben Thelonious Monks »Pannonica« etwa Gigi Gryces »Nica’s Tempo«, Sonny Clarks »Nica«, Horace Silvers »Nica’s Dream«, Kenny Dorhams »To Nica«, Kenny Drews »Blues for Nica«, Freddie Redds »Nica Steps Out«, Barry Harris’s »Inca«, Tommy Flanagan’s »Thelonica«, Frank Turner’s »Nica« und wurden alle nach ihr benannt.. Ein berühmter Jazzclub in Nantes, Frankreich trägt den Namen »Le Pannonica«.

Wer Zeit hat, dem sei der 80-minütige BBC-Beitrag zu der »Jazz Baroness« (und Monk) ans herz gelegt.

Schließlich noch eine Instrumental-Version mit Chick Corea (p), Miroslav vitous (b) und Roy haynes (d)

und eine Vocal-Version mit der großartigen Carmen McRae

Zum Abschluss aber eine Version von Monk (Ehre wem Ehre gebührt): als Auszug aus dem Projekt »brilliant corners« mit Sonny Rollins, Ernie Henry, Clark Terry


Jochen Axer, Unterstützer des King Georg und über die Cologne Jazz Supporters Förderer vieler weiterer Jazz-Projekte, stellt hier jeden Sonntag einen seiner Favoriten vor.

Die Mundharmonika im Jazz ist untrennbar mit dem Namen Toots Thielemans verbunden. Auch Hendrik Meurkens, unser Gast im Club am kommenden Dienstag, den 8. März steht als wichtigster Mundharmonika-Spieler seit Toots in seiner Nachfolge und hat mit ihm selbst gespielt. »Bluesette« ist eine sehr bekannte Komposition von Toots Thielemans, der als großartiger Musiker neben der Mundharmonika Gitarre spielte und Sänger und Pfeifer war und eben auch sehr viel komponierte.  Hier zum Start eine Aufnahme der 1964 von ihm komponierten »Bluesette« aus dem Jahr 2009 aus Rotterdam.

Ursprünglich war das Original von 1964 allerdings eine Kombination seines Gitarrenspiels und seiner Fähigkeit »zu pfeifen«.

Norman Gimbel hat später einen Text dazu geschrieben:

Poor little, sad little blue Bluesette
Don’t you cry, don’t you fret
You can bet one lucky day you’ll waken
And your blues will be forsaken
Some lucky day lovely love will come your way

If there is love in your heart to share
Dear Bluesette, don’t despair
Some blue boy is waiting just like you
To find a someone to be true to
Two loving arms you can nestle in to stay

Get set, Bluesette
True love is coming
Your lonely heart soon will be humming

Pretty little Bluesette, musn’t be a mourner
Have you heard the news yet? Love’s ‚round the corner
Love wrapped in rainbows and tied with pink ribbons
To make your your next springtime your gold wedding ring time

»Bluesette« wurde wortwörtlich hundertfach gecovert, u.a. von Chet Atkins, Bill Evans, Sarah Vaughan und Anita O’Day. Hier die Aufnahme mit Sarah Vaughan

Thielemans beschäftige sich viel mit südamerikanischer Musik. Hier eine wundervolle Aufnahme von »Bluesette« mit der brasilianischen Sängerin Elis Regina aus dem Jahr 1969

Toots´ Mundharmonika bestimmte den Soundtrack von Filmen wie z.B. »Midnight Cowboy« (2012)

…und nicht zuletzt den Abspann der TV-Serie »Sesamstraße«

Wenn das alles Spaß macht, der wird auch die Ausschnitte aus der David Letterman Show 1982-1985 genießen – und mit Sicherheit auch das Konzert am kommenden Dienstag mit Hendrik Meurkens im King Georg.


Jochen Axer, Unterstützer des King Georg und über die Cologne Jazz Supporters Förderer vieler weiterer Jazz-Projekte, stellt hier jeden Sonntag einen seiner Favoriten vor.

»Cantaloupe Island« ist ein Standard, der von Herbie Hancock komponiert und 1964 für sein Album »Empyrean Isles« während seiner Jahre als Mitglied des Miles Davis’ Quintett der 1960er Jahre aufgenommen wurde. Hier das bei Blue Note herausgegebene Original in der Besetzung: Hancock (Klavier), Freddie Hubbard (Kornett), Ron Carter (Bass) und Tony Williams (Schlagzeug). 

Bei seinen Konzerten in den eigenen Formationen gehörte das Stück lange zu seinem Repertoire, auch in späteren Jahren, nachdem die Zusammenarbeit von Hancock und Davis 1989 mit dem bahnbrechenden Werk »Bitches Brew« bereits beendet war und er selbst seinen Stil in Richtung Fusion-Jazz weiterentwickelt hatte. Zwei Aufnahmen hierzu, die auch die wunderbare Kreativität und Originalität der beteiligten Künstler dokumentieren. Zunächst im Video die Originalbesetzung ergänzt um Freddie Hubbart, dann eine Aufnahme unter Leitung von Marcus Miller.

Herbie Hancock ( Piano), Freddie Hubbart (Trumpet), Ron Carter (Bass), Tony Williams (Drums) and Wayne Shorter (Saxo) – Live 1985

Marcus Miller (Bass), Herbie Hancock (Keys), Bob Sheppard (Sax), Lionel Loueke (guitar), Vinnie Colaiuta (Drums) 

Schließlich eine komplett andere Version aus 1992 mit Pat Metheney, Dave Holland und Roy Hanes 

In jüngerer Zeit ist der Song auch dadurch bekannt geworden, dass die Jazz-Rap-Gruppe Us3  »Cantaloupe Island« in ihrem Song »Cantaloop (Flip Fantasia)« (1993) sampelte.. Diese Version ist in zahlreichen Medien erschienen.


Jochen Axer, Unterstützer des King Georg und über die Cologne Jazz Supporters Förderer vieler weiterer Jazz-Projekte, stellt hier jeden Sonntag einen seiner Favoriten vor.

Wieder einmal zurück in die 1930er Jahre mit dem Stück »Body and Soul« – die bekannteste Aufnahme mit Coleman Hawkins sei an die Spitze gestellt. 

Eine frühe Video-Aufnahme von drei Konzerten in Europa gibt es mit dem großartigen Dexter Gordon und seiner Band, deshalb hier die gesamte (zusammengeschnittene) Aufnahme der Konzerte 1963/1964.

Dexter Gordon Sax (Tenor), George Gruntz (Piano), Daniel Humair (Drums), Guy Pedersen Bass)

01:33 A NIGHT IN TUNISIA 
12:49 WHAT’S NEW 
20:44 BLUES WALK 
32:16 SECOND BALCONY JUMP 
44:00 YOU’VE CHANGED 
53:31 LADY BIRD 
59:18 BODY AND SOUL 
1:06:51 SOLO DE BLUES WAL

»Body and Soul« wurde in New York City für die britische Schauspielerin und Sängerin Gertrude Lawrence geschrieben, dann in den USA erstmals 1930 in der Broadway-Revue Three’s a Crowd aufgeführt, bis Ende 1930 hatten es schon 11 amerikanische Bands aufgenommen. Es ist einer der am häufigsten aufgenommenen Jazz-Standards, und es wurden zahlreiche Texte dazu geschrieben – bis in die neuere Zeit! 2011 trafen sich Tony Bennet (im Alter von 85) und Amy Winehouse. Es wurde die letzte Aufnahme vor deren Tod.


Jochen Axer, Unterstützer des King Georg und über die Cologne Jazz Supporters Förderer vieler weiterer Jazz-Projekte, stellt hier jeden Sonntag einen seiner Favoriten vor.