Brian Lynch Big Band: »The Omni-American Book Club – My Journey Through Literature In Music«

2019, Hollistic Music Works

Brian Lynch strahlte über beide Ohren: »Nicht zu glauben, dass wir damit den Grammy gewonnen haben!« Aber sehr verdient. Alle neun Stücke des Doppel-Albums wurden von Lynch geschrieben und arrangiert in Referenz zu achtzehn von ihm geschätzten amerikanischen Schriftstellern, zwei der Stücke sind in unterschiedlichen Versionen enthalten. Die Big Band wurde für einzelne Stücke um prominente Gäste erweitert. Es beginnt mit »Crucible for Crisis« und einem kubanisch angehauchten Arrangement, das von Schlagzeuger Dafnis Prieto feurig angetrieben wird. Orlando Maraca Valle glänzt darin mit schönem Flötensolo. Auf faszinierende Art bringt Lynch Mehrstimmigkeit in seine Arrangements, etwa mit kaskadierendem Effekt in »The Struggle Is In Your Name«, in dem Donald Harrison mit seinem Altsaxofonsolo herausragt. Solistisch hält Lynch sich eher zurück, brilliert aber in »Woody Shaw« mit melodischem Einfallsreichtum. Im Vordergrund stehen seine hoch komplexen und doch sehr organisch klingenden Arrangements. Lynch hat sich mit seinem ersten Big Band (Doppel-)Album einen Lebenstraum erfüllt – und wurde dafür belohnt.

Text: Hans-Bernd Kittlaus