Janning Trumann: »Emotional Reality«

2020, Tangible Music

Obwohl noch keine 30, zählt Janning Trumann zu den wichtigsten Posaunenstimmen im deutschen Jazz. Sein neues Album »Emotional Reality«, acht Eigenkompositionen, die mit illuster besetztem Quintett im Oktober 2018 im Kölner Loft aufgenommen wurden, unterstreicht diese Position. In »Real« erzählt Trumann über dem anregenden Rhythmus von Bassist Drew Gress und Schlagzeuger Jochen Rückert und den kreativ perlenden Klaviertönen von Simon Nabatov eine spannende Geschichte. Noch eindrucksvoller gestaltet er sein Solo über »Detached«, nur kurz unterbrochen von Dierk Peters’ Vibraphon-Einwurf. Das schnelle »Permanent Proposal« wird zum Showcase für alle Band-Mitglieder. »Kölln« (sic) und »Alarme« sind mit Publikum live aufgenommen. Beide faszinieren durch starke Spannungsbögen, die Trumann zu herausragenden Solos inspirieren. Vor allem Nabatovs Akkorde erweisen sich dabei als ideale Sprungbretter. Die energiegeladene CD endet mit »Silence«, das ruhig beginnt, aber dann doch noch einmal Fahrt aufnimmt. »Emotional Reality« liefert ein Bündel von vielen verschiedenen Emotionen, das mehrfaches Anhören reich belohnt.

Text: Hans-Bernd Kittlaus