»Ko-Ko« und  »Now’ s The Time«

Ko-Ko«… ein zentrales Stück des Bop – und ein zentrales Stück des Altsaxofonisten  Charlie »Bird« Parker. Und man braucht nur die Mitglieder der Band insgesamt anzuschauen, um zu wissen, welche großartige Truppe zusammengekommen war. Aufgenommen am 26.11.1945 in New York spielte Charlie Parker dieses Stück mit Dizzy Gillespie (Trompete), Sadik Hakim (Piano), Curly Russel (Bass) und Max Roach (Schlagzeug). Die Original-Aufnahmeversion listet auch den  Trompeter Miles Davis auf. Tatsächlich hat wohl Dizzy Gillespie die Trompete gespielt und statt seiner Sadik Hakim das Piano. Miles Davis bestätigt in seiner Autobiografie, dass er auf »Ko-Ko« keine Trompete gespielt hat: »Ich erinnere mich, dass Bird wollte, dass ich ›Ko-Ko‹ spiele, eine Melodie, die auf den Veränderungen von »Cherokee« basiert. Jetzt wusste Bird, dass ich damals Probleme hatte, »Cherokee« zu spielen. Als er sagte, dass das die Melodie war, die er von mir spielen lassen wollte, sagte ich nur nein, ich wollte es nicht tun. Deshalb spielt Dizzy Trompete auf »Ko-Ko«.

Die 32-Takte- Einleitung, von Charlie »Bird« Parker geschrieben, ist spannend.

  • Takte 1-8 – Altsaxophon und Trompete in  Oktaven
  • Takte9–16 – Kurzes Trompetensolo (Dizzy Gillespie)
  • Takte 17–24 – Kurzes Saxophonsolo (Charlie Parker)
  • Takte 25–32 – Altsaxophon und Trompete im Drittel/Viertel, dann kurz in Oktaven

Die Harmonie basiert nach dem Intro  in der Tat auf den Akkordwechseln des Songs »Cherokee« von Ray Noble, dem deutlich bekanntere Stück. Hier in einer Aufnahme aus dem Jahr 1942 (Kansas City) in der Trio Besetzung Charlie Parker (Altsaxofon), Efferge Ware (Gitarre), Little Phil Phillips (Schlagzeug).

In der Aufnahme vom 26.11.1945 gelang der Besetzung Charlie Parker (Altsaxofon), Dizzy Gillespie (Piano), Curly Russel (Bass) und Max Roach (Schlagzeug) ein weiteres Meisterstück des Bop – und hier ist es: »Now’ s The Time«

Der 1920 geborene Charlie »Bird« Parker war in diesen Jahren der überragende Künstler – aber exzessiv in seiner Lebensführung und früh heroinabhängig. Er durchbrach den Swing mit seiner ideenreichen und virtuosen Musik, unterlegt regelmäßig mit einem nach vorne treibenden Rhythmus. Mit nur 34 Jahren starb er in New York – und ist trotz seines kurzen Lebens der Gründervater des Bop und damit des Modern Jazz. Ihm zu Ehren wird in New York in den Statdtteilen, in denen Parker wohnte, seit 1993 das Charlie Parker Festival veranstaltet. Zum 100-jährigen Todestag in 2020 wurde corobabedingt das Festival digital durchgeführt, 2021 soll es am letzten Augustwochenende im Marcus Garvey Park in New York wieder live stattfinden.

In dem youtube-Beitrag aus 2020 kann man viel über das Festival, Charlie »Bird« Parker und seine Musik erfahren.(Charlie Parker At 100: A Celebration of Parker’s Birthday and the Charlie Parker Jazz Festival – die Aufnahme aus dem Konzert vom 29.08.2020 (mit großem Streichorchester) beginnt bei 9:30 min: 


Jochen Axer, Unterstützer des King Georg und über die Cologne Jazz Supporters Förderer vieler weiterer Jazz-Projekte, stellt hier jeden Sonntag einen seiner Favoriten vor.