Matthias Schriefl & Shreefpunk : »Keine Angst vor Shreefpunk«

2018, Resonando

Trompeter Matthias Schriefl und seine Band Shreefpunk erhielten vor gut zehn Jahren erste große Aufmerksamkeit in der deutschen Jazz Szene mit ihrem wilden Mix aus Jazz, Rock und Punk in der exzellenten Besetzung mit Gitarrist Johannes Behr, Bassist Robert Landfermann und Schlagzeuger Jens Düppe. Mit diesem Album ließ Schriefl die Band 2018 wieder aufleben und mischt auf virtuose Weise Streicherinnen und Sängerinnen dazu. In den zwölf Eigenkompositionen kommt die ganze Bandbreite Schriefls zum Ausdruck, sein ins Absurde gehender Humor in der Tradition Karl Valentins, seine Verwurzelung in alpenländischer Volksmusik wie auch seine herausragenden Fähigkeiten als Trompeter und Arrangeur. »Birthday Party in Athens« startet mit schönem Bass-Solo von Landfermann, gleich zwei Schlagzeuger, Düppe und Jonas Burgwinkel, sorgen für heißen sehr variablen Rhythmus, über dem Schriefl zu heftiger Streicherbegleitung soliert und kurzzeitig alpenländische Elemente einbringt. Dann lässt Behr mittels seiner E-Gitarre den Rock ausbrechen und die Band steigert sich zu einem furiosen Klangfinale, bevor das Stück ruhig ausklingt. In »Südtiroler Rundungen« wechselt sich lieblicher Volksmusikgesang des Damentrios Netnakisum mit aggressiver E-Gitarre Behrs ab. Ein Highlight ist »Steuererklärung«, ein satirisches Loblied auf die liebste Beschäftigung der Deutschen mit dem Zeug zum Radiohit. Das Album ist typisch Schriefl, von allem etwas zuviel, und gerade dadurch genialisch.    

Text: Hans-Bernd Kittlaus