Roger Hanschel & String Thing: »Beauty Of The Essential Detail«

2020, MicNic Records/ Recordjet (Edel)

Ein Schwerpunkt der Arbeit des Kölner Saxofonisten, Komponisten und WDR-Jazzpreisträgers Roger Hanschel ist schon seit über 20 Jahren die Zusammenarbeit mit Streich-Ensembles, die in der Klassik zu Hause sind. Nach Projekten mit dem Frankfurt Contemporary Quartet und dem Auryn Quartett hat er sich diesmal das Quartett String Thing ausgesucht, das in den mehr als 30 Jahren seines Bestehens immer schon eine Jazz-Affinität hatte, was sich auch darin zeigt, dass der Bass eines der Instrumente ist. String Thing hat eine rhythmischen Versiertheit, die dem Projekt sehr zugutekommt. Die neun Kompositionen Hanschels bieten eine abwechslungsreiche Basis. »Bhajan« beginnt mit raffiniertem Rhythmus und eleganter Stimmführung. Die Musik hat einen osteuropäischen Touch, keinen indischen, wie der Name nahelegt. »Oskar« kommt einer klassischen Streichquartett-Darbietung am nächsten, bis Hanschel mit seinem Altsaxofon einsteigt. Der Rhythmus steht wieder im Vordergrund in »Hindsight & Appraisal«, »Fundamentals Of Abstraction« geht eher in Richtung Neue Musik. »Closed Eyes Of The Beholder« beginnt mit einem ausdrucksstarken Basssolo von Jens Piezunka und besticht dann mit schöner Stimmführung. Dieses Album sollte mit dem Wohlklang des Zusammenwirkens von Saxofon und Streichinstrumenten, den gelungenen Kompositionen und der starken Rhythmusbetonung auch Hörer ansprechen, die der Verbindung von Jazz und Klassik skeptisch gegenüberstehen.

Text: Hans-Bernd Kittlaus