»Soul Sauce«

Berühmt wurde das lateinamerikanische Stück durch die Veröffentlichung des gleichnamigen Albums des Vibraphonisten Cal Tjader mit seiner Aufnahme 1964. Das Stück bietet eine verblüffende Mischung aus Mambo, Samba, Bolero, Boogaloo vor dem Hintergrund einer großartigen Rhythmusgruppe und natürlich den Soli des Vibraphones. Wer da nicht ins Fußwippen kommt, dem ist nicht zu helfen. Ursprünglich stammt das Stück aber von Chano Pozo und Dizzy Gillespie, bereits 1954 von Cal Tjader im Marines Memorial Theater in San Francisco gespielt. Deshalb hier eine Live-Aufnahme. a vom Monterey Jazz Festival 1975 in der Besetzung mit Dizzy Gillespie (tp) und dem Cal Tjader Quintett mit Cal Tjader (vib) Al Zulaica (p) Terry Hillliara (b) Big Black, Armando Peraza (d, perc)

Von genau diesem Festival gibt es auch eine Video-Aufzeichnung eines anderen Stücks, das in der Performance durch Dizzy und Cal (ab 4:10 min) nur als supercool bezeichnet werden kann.

Cal Tjader ist vielleicht heute kein Name, der für das breite Publikum bekannt ist – und er hat auch keinen musikalischen eigenen Stil geprägt oder ihm seinen Stempel aufgedrückt, wie es anderen Jazzgrößen gelungen ist. Aber er hat den Latin-Jazz mit begründet, obwohl selbst nicht lateinamerikanischer Herkunft, hat das Vibraphon als Jazzinstrument neben Gary Burton, Bobby Hutcherson und Milt Jackson etabliert und war sehr bekannt, berühmt, erfolgreich in den 50er und 60er Jahren, zudem heute noch hoch respektiert insbesondere bei den Musikern aus dem lateinamerikanischen Umfeld.

Dazu ein nettes Interview aus dem Jahr 1965 mit Cal Tjader.

Jedenfalls ist er jenseits aller Entwicklungen seinem Stil immer treu geblieben. Hier zwei Jahre vor seinem Tod eine Aufnahme aus dem Jahr 1980 mit dem Querflötisten Roger Glenn…..ein klassischer Mambo

 😊



Jochen Axer, Unterstützer des King Georg und über die Cologne Jazz Supporters Förderer vieler weiterer Jazz-Projekte, stellt hier jeden Sonntag einen seiner Favoriten vor.