»Black, Brown And Beige Suite«

Dies ist ausnahmsweise kein Beitrag zu einem meiner absoluten Lieblingsstücke, so bemerkenswert das Stück auch sein mag. Dies ist auch kein umfangreicher Beitrag über Duke Ellington. Aber er ist angeregt durch die heutige politische  Diskussion – der Beitrag ist eine Erinnerung an Ellingtons Situation und seine Hoffnung in den 1930er Jahren, als er auf seiner ersten Europatournee von seiner Absicht erzählte, eine Suite in fünf Sätzen zu schreiben (zitiert nach Derek Jewell, »Duke«, 1978, S. 64 f., die Übersetzung entspricht damals üblichen Begrifflichkeiten).

»Ich bin in die Geschichte meiner Rasse zurückgegangen und habe versucht, sie in Musik auszudrücken. In Afrika hatten wir ein bestimmtes Etwas, das wir verloren haben. Eines Tages werden wir es wiederbekommen. Ich fange in Klängen die alten Zeiten im Dschungel ein, die grausame Fahrt über das Meer und die Verzweiflung bei der Ankunft, und dann die Tage der Sklaverei. Ich zeichne das Erwachen einer neuen spirituellen Qualität nach und dann die Tage in Harlem und den anderen Städten der USA. Dann versuche ich, tausend Jahre in die Zukunft zu gehen. Ich will die Zukunft ausdrücken, die Zeit, in der der Neger, emanzipiert und gewandelt, als freier Mensch seine Stelle unter den Völkern der Erde einnehmen wird.«

Die Suite wurde erstmals am 23. Januar 1943 in der New Yorker Carnegie Hall aufgeführt. Das Youtube-Video führt zur Originalaufnahme (die Suite ab Minute 00:41:00 bis 01:29.00).

Von der Tonqualität gibt es bessere Aufnahmen bei den verschiedenen Streaming-Diensten und auf Platten/CD usw. Aber dort sind nur deutlich gekürzte Versionen zu finden (zum Beispiel Schallplattenaufnahme 1958 mit Mahalia Jackson.  Oben ist die Uraufführung zu sehen: Zu Beginn die US-amerikanische Nationalhymne … interessant auch das Konzertplakat, sowohl hinsichtlich der Preise wie der Unterstützung der Russen im  Zweiten Weltkrieg.

Wer damit Lust auf Bigband Jazz mit dem Duke bekommen hat, eine zusätzliche Prise: Diminuendo in Blue and Crescendo in Blue – am Saxophon Paul Gonzalves


Jochen Axer, Unterstützer des King Georg und über die Cologne Jazz Supporters Förderer vieler weiterer Jazz-Projekte, stellt hier jeden Sonntag einen seiner Favoriten vor.